Ditar Kalaja

liebe ist kein weg sondern ein irrtum der atmet

eingang
oder das was so tut

tritt ein
aber nenne es nicht anfang
anfänge riechen nach absicht

hier riecht alles
nach schon einmal

gang I

liebe
ist das geräusch
von schritten
die dir folgen
obwohl du allein bist

geh weiter
oder erinnere dich
an beides führt derselbe fehler

gang II spiegel

ich suchte dich
und fand
mich
nur falsch herum

du sagtest meinen namen
von innen

oder war ich das

kehre zurück
aber komm nicht an

gang III

vertrauen rostet
steht hier
ohne beschilderung

niemand weiß
wer es abgestellt hat

es rostet
nicht
weil es gehofft hat

nach unten
wo nähe schwerer wird

kammer

angst sitzt im kreis
und lernt sprechen
mit deiner stimme

sie sagt
bleib

sie meint
verlier dich

im kreis gehen
gilt als bewegung

gang IV falscher ausgang

hier hängt ein schild
zukunft

dahinter
wiederholung
mit neuem datum

weiter
als wäre das fortschritt

zentrum
vielleicht

kein herz
kein du
nur ein warmer irrtum
der deinen namen kennt
aber nicht weiß
warum

hier bist du
am nächsten
dran

berühre nichts
alles merkt sich dich

rückweg
identisch aber nicht gleich

die wände haben gelernt
sie tragen jetzt
dein zögern
wie muster

du findest zeichen
die du selbst
erst beim vorbeigehen
erfunden hast

ausgang
oder geburt

ausgang
liest sich wie eingang

du trittst heraus
mit etwas
das du liebe nennst
weil kein anderes wort
bereitstand

hinter dir
geht jemand hinein

er glaubt
dieses mal
wüsste er
wohin

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halbwertzeit der liebe von Ditar Kalaja



In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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