Leonhard Ried
Der Heilige Abend! Eine Nachlese!
Der Heilige Abend! Eine Nachlese!
Das Ganze hat noch nie so lang gedauert.
Von sechzehn Uhr bis fast Mitternacht!
Für einen älteren Herrn wie für mich
ist das ne ganze Menge!
Ich bin nun schon älter,
aber immer noch lernfähig.
Eines habe ich gemerkt:
Ich muss nicht mehr in ein altes Rollenmuster zurückfallen:
die Sprößlinge kritisch zu beäugen,
um dann jeweils korrigierend einzugreifen.
Ich darf mich überraschen lassen
von dem, was ist, und von dem, was kommt.
Das ist viel spannender!
Ich darf ihnen mein Vertrauen schenken.
Das Leben wird immer risikobehaftet sein.
Ein Sohn von mir hat vor kurzem
seinen Arbeitsplatz verloren.
Ich war zwar nicht geschockt,
habe mir aber Gedanken gemacht:
Wie wird er das wohl verkraften?
Gestern stellte ich fest:
Er ist erleichtert.
Endlich kann er sein eigenes Ding machen.
Jeder darf so sein, wie er ist.
Jeder darf der Regisseur seines eigenen Lebens sein.
Keiner muss einem vorgegebenen Ideal entsprechen.
Keiner muss meine Erwartungen erfüllen.
Ich darf für mich selber sorgen.
Und meine Gedanken müssen nicht mehr
sorgenvoll um meine Kinder kreisen.
Wir haben uns liebevoll beschenkt.
Die Abfolge der Geschenke wollte
kein Ende nehmen.
Meine Frau bestand auf diesem alten Brauch.
Er setzte jedoch eine große Kreativität frei.
Der religiöse Gehalt des Festes
ist nur schwer zu vermitteln.
Die Geburt eines kleinen Kindes
sollte zur Erneuerung der ganzen Erde führen?
Fangen wir selbst damit an!
Lernen wir, wie wir anderen unsere Liebe schenken können!
Gott stehe uns bei!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.12.2025.
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