Nina Bade
Westenwahnsinn
Frau Schönwandt mag es gerne edel,
d'rum kauft sie stets Echtpelz und teuer;
billig ist bei ihr nicht die Regel,
da ist die Qualität ihr nicht geheuer.
So bleibt sie Echtpelz klar gewogen
und fuhr jüngst vor dann bei Chanel;
hat man Tieren auch das Fell über die Ohren gezogen,
eine Weste kaufte sie dennoch mit Fell...
Vor dem nächsten Event,
holt sie das neue Stück heraus;
doch, oh weh, der Reißverschluss klemmt,
als sie ankommt wieder Zuhaus.
Es hilft kein Ziehen und kein Zerren,
zum Cuttermesser greift sie geschwind,
fängt lautstark plötzlich an zu plärren,
als Blut am Halse rinnt.
Hat eine Ader wohl geritzt
und ist vielleicht sogar besoffen;
mit Mann und Porsche ins Hospital geflitzt,
die Halsschlagader war betroffen.
Das Fell über die Ohren hat man ihr nicht gezogen,
verdient hätte sie es jedoch gehabt;
fühlt sich um ihr Geld betrogen,
hat den Hersteller verklagt.
Sie kauft jetzt lieber nur noch billig,
kein Prada, Chanel, Dior und Hermès;
investiert ihr Geld nun lieber willig,
in Stangenware für weniger Stress.
© Nina Bade
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Weise getötet werden.Nina Bade, Anmerkung zum Gedicht
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.02.2026.
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