Ingrid Baumgart-Fütterer
Buntes Faschingstreiben
-Alle hier beschriebenen Charakter sind fiktiv-
-1-
Störenfriede beim Faschingsumzug
Die Narren brüllen, toben, springen, tanzen,
im Vollrausch sich voreinander aufpflanzen,
gieren nach noch mehr Spaß im Faschingsumzug,
geraten außer Rand und Band – sehr unklug –
werden übergriffig oder handgreiflich,
für Umstehende ist dies unbegreiflich,
Randalierer überschreiten Anstandsschwelle
bald darauf sind Ordnungshüter zur Stelle,
die durchsetzungsstark ihres Amtes walten,
Ruhestörer gemahnen zum Innehalten.
-2-
Kostümierung zur Faschingszeit
Feuchtfröhliche Stimmung überall,
wen wundert’s, es ist ja Karneval,
Menschen verkörpern fremde Rollen,
weil sie anders als sonst sein wollen,
viele wollen raus aus ihrer Haut,
eine Jungfer verkleidet als Braut,
nach einem Bräutigam Ausschau hält,
dabei fast über den Schleier fällt,
als Baby tritt auf die Kinderfrau,
Metzger verkleidete sich als Sau,
Millionär läuft als Bettler herum,
hält Leuten den Hut hin, bettelnd, stumm,
’ne Bettlerin, in Samt und Seide,
ist gekrönt, eine Augenweide.
Die Fantasie, die ist grenzenlos,
man hat Spaß – mit oder ohne „Moos“ –
-3-
Weiberfastnacht
Männer werden ihrer Krawatten beraubt,
ganz egal, ob unerwünscht oder erlaubt,
rascher Scherenschlag, eindeutiges „Schnipp Schnapp“
schon fällt das Stück Stoff auf den Boden herab,
der „Beschn*ttene“ muss sich küssen lassen,
auch wenn es ihm nicht in den Kram wird passen,
doch der Karnevalsbrauch sieht „Übergriff“ vor,
manch einer schon seine Krawatte verlor –
Frauen nehmen, s Heft des Handelns in die Hand,
drücken Männer mit dem Rücken an die Wand,
bis in weiblicher Hand die Trophäe steckt,
mit der jeder „Beschn*ttener“ wird geneckt.
-4-
Verpasster Faschingsauftritt
-1-
Der Narr sich ungläubig die Augen reibt,
liegt im Freien auf der Bank vorm Rathaus
fragt sich verwirrt, was er denn hier wohl treibt,
langsam dämmert, s ihm – Faschingsfest ist aus!
-2-
Die Karnevalsfeier er versäumte,
weil er mit Alkohol stark „vorglühte“
in Schlaf fiel, seinen Auftritt verträumte,
sich erst jetzt ums Aufwachen bemühte.
-3-
Vor lauter Ärger ihm der Spaß vergeht,
er schleppt sich nach Hause, sein Schädel brummt,
isst Hering, obwohl er darauf nicht steht,
vor lauter Scham er tagsüber verstummt.
-4-
Nun will er dem Alkohol abschwören,
im nächsten Jahr Auftritt nicht verpassen
dem Gott des Weines nicht mehr zuhören,
wär sonst von allen Geistern verlassen.
-5-
Faschingsparty im Bordell
-1-
Im Freudenhaus tobt der Bär,
Ritter mit stahlhartem Speer
werben um Burgfräulein sehr,
die lieben ihr "Ritterheer".
-2-
Es singen Troubadoure
für attraktivste Hure,
Jeder will ihr gefallen,
Prosit! Sektkorken knallen.
-3-
Es zeigt sich ein Mäuserich-
er nennt sich Theoderich,
solang er stramm kann stehen,
lässt „Maus“ Mausen geschehen.
-4-
Narren wild herumhüpfen,
freudig aus Kleidern schlüpfen,
sind ineinander vernarrt,
an Liebkosung man nicht spart.
-5-
Man feiert die ganze Nacht,
auch wird viel Liebe gemacht,
Feiernde sind nun geschafft,
sammeln im Schlaf neue Kraft.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.02.2026.
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