Patrick Rabe
Ich fahre eine Leiche nach Wakendorf
Ich fahre eine Leiche nach Wakendorf
Ich fahre eine Leiche nach Wakendorf,
durch die tiefen Wälder, übers Feld.
Ich will sie dort verbrennen, wo meine Freunde sind,
dort, wo ich einst zerschellt.
Ich fahre ganz, ganz langsam und zünde mir
eine Zigarette mählich an,
die Landschaft fliegt vorüber, wie zurückgespult,
ich bin ein Kind,
die Leiche war ein Mann.
In den Wohnungen sind Leichen, die sind nicht tot,
sie belebte mein Orgon,
und sie fummeln sich die Haut ab jeden Tag,
und sie atmen das Ozon.
Und sie gehen zur Arbeit hin,
im Gehirn nur wenig Saft,
arbeiten kann man auch als Toter,
Arbeit gibt dir Sinn und Kraft.
Und Herr Gunther von Hagens hat
im Wald ein Date mit einem Mann,
den er ganz ohne ihn zu töten
zum Plastinat machen kann.
Und im Wald von Wakendorf,
da verbrennt Herr Helmut Schmidt
rituell die Leichen von
Vera Int-Veen und von Britt.
Denn er ist ja Bilderberger
und zündet Zigaretten an,
und solche Leute opfern Leichen,
wie man auf youtube sehen kann.
Wer tot ist und wer noch lebendig
bestimmt hier meist die Polizei,
nur selten schaut mal eine Leiche
zum Kartenspiel vorbei.
Denn man will ja niemand schrecken,
darum ha’m die Leichen Zeiten,
da könn‘ sie, ohne anzuecken
mal einfach um die Häuser reiten.
Und ich fahre eine Leiche nach Wakendorf,
durch dunkle Nacht, durch hellen Tag,
und da mach ich sie lebendig, und wir tanzen,
bis ich sie nach Hause trag.
©Patrick Rabe
Geschrieben am Freitag, den 27. Februar 2026.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.02.2026.
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