Dietrich Pietsch
Die schläfrige Brücke
Wir lagen
im zögernden Dämmerlicht,
nahe dem Atem des anderen,
und unsere Worte
schmiegten sich aneinander —
Meine Lippen suchten dich
zwischen den Sätzen,
dem Atemholen,
dem Schweigen danach.
Sacht legte die Nacht sich
auf uns —
wir verloren uns,
vergaßen unsere Namen
und fanden uns wieder
in der Sprache der Hände,
den tastenden Fragen,
den Antworten
ohne Worte.
Als der Tag
ins Fenster wuchs,
lagen wir ineinander versunken,
als hättest du
schon immer
unter meiner Haut gewohnt.
Im ersten Licht
trafen sich unsere Blicke
über dem Abgrund
der Stille,
traumverschattet,
erschöpft,
auf einer schläfrigen Brücke.
©dietrichpietsch – 02/2026
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.02.2026.
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