Istvan Hidy

Märzwetter

Der März steht noch im leisen Raum,

ein Schüler zwischen Eis und Traum.

Er mischt das Licht in graue Luft

und trägt den Frühling als Entwurf.

 

Er hält den Winter noch im Arm,

doch wird ihm unterdessen warm.

Ein erstes Lächeln bricht ins Grau,

und macht den fernen Himmel blau.

 

Man wacht im Glanz der Morgensonne,

im Herzen zarte Vorfreudewonne,

zieht hoffnungsvoll das Kleidungsstück —

und glaubt an kommendes Geschick.

 

Doch kaum tritt man ins Freie hin,

zieht Schneeregen durch den Sinn.

Der Wind verweht, was eben war,

und macht den hellen Morgen rar.

 

Der Schirm beugt sich im kalten Nass,

der Schritt verliert ein wenig Maß.

Noch zögert Licht in Wolkenmeeren,

will sich im Dämmergrund bewähren.

 

Und dennoch liegt in kühler Luft

ein erster, feiner Frühlingsduft.

Ein leises Ahnen, kaum genannt,

doch fühlbar schon im ganzen Land.

 

Der März ist nicht in Reifezeit,

er wächst noch in Geduld und Geleit.

Doch Schritt für Schritt, mit stiller Kraft,

gewinnt er Raum, gewinnt er Saft.

 

So geht er langsam bergaufwärts,

mit hellem Blick und wechselndem Herz.

Und jede Stunde wird bereit

für Licht und mildere Zeit.

 

 

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Der Liebe kann man immer und überall begegnen, auch donnerstags; sie kündigt sich nicht an.

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