Leonhard Ried
Mein Name ist Jeffrey Epstein!
(Ob er im Vorhof der Hölle sitzt, weiß ich nicht!)
Blicke ich zurück auf mein Leben,
so bin ich mir selbst ein Rätsel.
Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen
und habe es zu einer fragwürdigen Berühmtheit gebracht.
Es dürfte noch sehr lange dauern,
bis ich irgendwann zur Ruhe komme.
Mein Nachlass ist gleichermaßen gigantisch
wie furchterregend.
Kein Name wird in den Gazetten so häufig
erwähnt wie der meine,
obwohl mein Tod schon lange zurückliegt.
Ich gelte als der Inbegriff des Bösen
und der Verruchtheit.
Tausende von Journalisten stöbern herum
in dem, was von mir geblieben ist.
Wie Voyeure suchen sie nach Namen und Kontakten.
Eines muss man mir lassen:
Ich war eigentlich die Verkörperung des amerikanischen Traums.
Der große Reichtum wurde mir nicht in die Wiege gelegt.
Alles war mein eigenes Verdienst.
Das dachte ich jedenfalls.
Das große Geld öffnete mir alle Türen,
zu den Reichen und zu den Mächtigen
und zu allen, die Rang und Namen hatten.
Jeder fühlte sich geadelt,
wenn er von mir eingeladen wurde.
Bereitwillig überließen sie mir Informationen,
die für mich nützlich waren.
Man hält mir vor,
ich hätte meine Macht missbraucht.
Man sollte in Betracht ziehen,
was ich alles unterlassen habe.
Ich hätte Präsidentschaftskandidaten
verhindern können und vieles andere mehr.
Ich habe die Wissenschaft gefördert
und soziale Projekte großzügig unterstützt.
Aber warum sollte sich einer,
der steinreich ist,
mit einer einzigen Frau begnügen?
So dachte ich,
und das wurde mir am Ende zum Verhängnis.
Mein gutes Aussehen, mein Charme und mein Geld
machten es mir leicht,
ganz viele Frauen zu erobern.
Der Rausch der Sinne hatte mich erfasst
und zog mich in die Tiefe.
Die Lust steigerte sich bei mir
zu einer grenzenlosen Gier,
zu einer Sucht,
von der ich nicht mehr loskommen sollte.
Für viele bin ich deshalb zum "Abschaum" geworden.
Wenn sie meinen Namen nur hören,
dann zucken sie zusammen.
Viele fühlten sich wohl in meiner Nähe,
sie vertrauten mir ihre geheimsten Wünsche an,
und ich half ihnen,
diese in die Tat umzusetzen.
Ich bot ihnen eine Spielwiese an,
in der sie ihre ganz dunkle Seite ausleben konnten.
Und anschließend hatte ich sie in der Hand - und sie mich.
Das Interesse an dieser Spielwiese war ganz erstaunlich groß.
Die vornehmsten Mitglieder der high society
standen Schlange bei mir.
Ich mag gar nicht an die vielen Menschen denken,
die unseren Gelüsten zum Opfer gefallen sind.
Heute ist es zu spät.
Nichts davon kann wieder gut gemacht werden.
Ich werde in der Geschichte der Menschheit
als ein großer Dämon herumgeistern,
und doch könnten andere etwas von mir lernen:
Wie man reich, vermögend und mächtig wird,
und wie man sich ein großes Netzwerk an Kontakten aufbaut.
Ich weiß, was Geld vermag,
und ich bin froh,
dass ich nicht mehr in die Versuchung komme,
einen Staatsanwalt zu bestechen.
Alles soll aufgeklärt werden.
Rückt alle Unterlagen raus!
Es ist höchste Zeit,
reinen Tisch zu machen.
Ich verneige mich vor der Gerechtigkeit
und bedauere das, was ich getan habe,
und das, was aus mir geworden ist.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.03.2026.
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