Dietrich Pietsch
Kündigung
Heute hat mich der Alte gefeuert.
Sein Büro roch nach kaltem Kaffee
und billigem Aftershave.
Die Jalousien halb unten.
Sein Gesicht, rot und gekränkt.
Ich durfte mich nicht mal setzen.
„Geht schnell“, sagte er.
Als hätte ich es besonders eilig.
Zu viele Raucherpausen.
Zu oft draußen.
Zu lange.
Der eigentliche Grund
stand nicht in der Kündigung:
Ich hatte kurz
was mit seiner Frau.
Kurz reicht.
Manchmal reicht ein einziger Abend –
und die Welt hängt schief.
Jetzt sitze ich zu Hause.
Die Schuhe noch an.
Die Kündigung knittert
in der Hosentasche.
„Wie läuft’s mit deiner Therapie?“
fragt sie aus dem Schlafzimmer.
Sie meint es ernst.
Das ist das Tragische.
„Super“, sage ich.
Ich zünde mir eine an.
Sehe zu,
wie der Rauch
sich selbst
entlässt.
©dietrichpietsch – 03/2026
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.03.2026.
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