Nun ja, auch damals wurde gerne mal gefeiert, auch und gerade, weil die Anlässe dafür rar waren, und "es Wilhelmche" hatte wohl ein wenig lange und ein wenig zu viel getrunken. Bis ihn seine Mutter aus dem Bett und an den Frühstückstisch "komplimentiert" hatte, war es schon ein Viertel nach Fünf.
Als er mit einem verschlafenen »Gemoie« die Küche betrat, kam von seinem Vater, ohne dass dieser aufblickte, nur der Satz:
»Brauchst naumie "Gemoie" se saa, de Doag es fast erimm!«
(»Brauchst nicht mehr "Guten Morgen" zu sagen, der Tag ist fast herum!«)
Na ja, "zwuu Bruut met Quotschehoink en e Keppche Kaffie" (zwei Brote mit Zwetschgenhonig und eine Tasse "Kaffe") durfte er schnell noch verschlingen, dann ging es in den Stall …
***
Der "Kaffe" dürfte ihn kaum munterer gemacht haben, ich habe auf dem Speicher noch die Röstpfanne gefunden, mit der Gerste und manche undefinirbare sonstige Zutaten zu "Kaffee" geröstet wurden, Das war ein größerer Akt, musste doch für diese Röstpfanne einige Herdringe ausgehängt werden, dass sie passgenau direkt über der Glut hing. Die Hausfrau stand dann dabei und kurbelte so lange, bis der Inhalt - in manchen Fällen sogar echter Kaffee - den richtigen Röstgrad erreicht hatte …
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