Dietrich Pietsch
Jukebox
Die Münze fällt
wie eine kleine Opfergabe
in den Schlund der Maschine.
Sie wählt nicht Musik —
sie wählt einen Moment
für sich.
Ihre Hände
öffnen sich nach oben,
nicht für mich,
nicht für den Raum,
für etwas,
das sich weigert
zu antworten.
Der Körper betet
in einer Sprache
der Knie,
der Hüften,
der Schultern.
Ein Körper,
der durch die Musik
tastet.
Ich sehe sie
und weiß:
Sie sucht etwas,
das nicht hier ist.
Drei Minuten
Himmel.
Sie tanzt.
Bis die Jukebox schweigt.
Ich hebe zwei Finger.
Der Barkeeper nickt.
Ich drehe mich um
mit zwei Gläsern —
sie geht durch die offene Tür.
Ich stelle das zweite Glas
zurück auf den Tresen.
©dietrichpietsch – Weltfrauentag 2026
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.03.2026.
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