Nina Bade

Heidi


Die Waise Heidi ward' zum Großvater gebracht,
hoch droben zur Hütte hinauf;
wundervolle Jahre hat sie dort verbracht,
mit dem Geißenpeter tagein, tagaus.

Der Blick auf Täler und Bergseen
und das Wandern zum Gipfel hinauf;
ließen sie niemals fortgeh'n,
doch dazu zwang sie alsbald ihr Lebenslauf...

Tante Dete nahm Heidi nach Frankfurt mit,
für Klara sollte sie Gesellschaft sein;
doch das Großstadtleben war für sie Gift,
sodann vermisste sie die Berge daheim.

Fräulein Rottenmeier behandelte sie roh,
doch Klara flehte sie zu bleiben an;
Freundin und Großmutter stimmten sie froh,
zu dritt waren sie im Wald, dann und wann.

Nach Großmutters Abreise ward' Heidi krank
und wandelte nachts im Schlaf;
der Leibarzt sie verstört vor der Türe fand,
sodann Klaras Vater nach Hause kam.

Das Heimweh lenkte ihren Geist und die Seele,
trotz Reichtums fand sie in Frankfurt kein Glück;
so kehrte sie auf ihrem Lebenswege,
für immer in die geliebte Bergwelt zurück.

Freundin Klara besuchte sie im Rollstuhl bald
und erholte sich in der Bergluft im Nu;
eines Tages saß sie allein am Wald
und erschrak sich vor einer entlaufenen Kuh...

Die frische Luft gab ihr die erhoffte Kraft,
auf den eigenen Beinen zu stehen;
Bergluft und Ziegenmilch haben es vollbracht,
ihr ein gesundes Leben zu geben.


© Nina Bade
Text und Foto
 
 

Bild zum Gedicht Heidi

Die Zeichentrickserie Heidi von Isao Takahata war unsere erste Serie.
Heidi war eine reale Geschichte des Mädchens Heidi Schwaller.
Nina Bade, Anmerkung zum Gedicht

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