Larissa Lamadé

Mord des eigenen Ichs

Welch dunkler Geist wohnt inne meinem Herzen?
Oder ist es gar nicht er, der mich zum Abgrund treibt?
Bin ich es der insgeheim nach dem süßen Tod verlangt?
Aber warum nur zerrt es mich immer mehr in die Tiefe?
Ertrinkt mein Herz in meinem Leid?
Macht mich meine Angst blind für die Wahrheit?
Ist dieser insgeheime Wunsch nicht doch eher ein stummer Schrei?
Aber ein Schrei nach was?
Ist es Feige sein eigenes Selbst zu richten?
Oder ist es Feige es nicht zu tun?
Ist es selbstsüchtig sein Leben auszulöschen
oder ist es dumm das geschenkte Leben zu zerstören?
Befreit man sein Umfeld von einer Last
oder reißt man es entzwei?
Befreit man sich von seiner Qual, der Dunkelheit
oder hat die Dunkelheit einen nicht eher verschlungen?
Ist es schon Zeit so früh zu gehen
oder soll das Leben selbst den Abgang bestimmen?
Siege ich über mein Leid, indem ich mich löse von meinem Leben
oder ist es nicht einfach nur eine Flucht?
Bin ich dann frei von allem?
Doch was kostet diese Freiheit?
Kostet diese Freiheit die unschuldige Seele anderer?
Oder wird niemand auch nur eine Träne vergießen?
Wird man seine Familie zerstören
oder hat die Familie einen selbst zerstört?
Werden sie meine Beweggründe verstehen
oder nur ewig fragen Warum?
Würde ich etwas einzigartiges beenden?
Oder nur eine Nummer ausradieren?
Wäre ich nur ein weiterer Toter von vielen?
Würden manche sagen, es wäre ein Fehler
oder wäre es ihnen einfach egal?
Würde ich wieder Leben wollen, wenn der Tod mir den letzten Atemzug raubt?
Würde ich erst dann die Wahrheit erkennen?
Oder würde ich endlosen Frieden empfinden?
Würde es weh tun? Wäre schnell?
Würde ich an meiner Angst und meinen Tränen ersticken?
Wäre es ein Ausweg?
Sollte ich weiterkämpfen?

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.11.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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