Herbert Kaiser

Tugendhaft

Tugendhaft 
 
Ich zweifle an der Macht der Liebe 
Ich zweifle an des Lebens Sinn
Ich zweifle an der Gunst der Stunde
Da ich ein ungläubiger Thomas bin. 
 
Ich glaube nicht die vielen Lügen 
Die man tagtäglich uns auftischt 
Die Wahrheit kann man schwer erkennen 
Solange man im Trüben fischt. 
 
Selbst die Liebe trägt oft eine Maske 
Zu schön spricht gar der Erdbeermund 
Oft endet die Tragödie am Stricke
Und die Verzweiflung ist der Grund. 
 
Drum bin ich taub und blind für die Verlockung 
Die sich dem Seelenfrieden in die Wege stellt 
Geläutert ist der Geist, frei von jeglicher Verstrickung 
Die Tugend hat sich zu mir gesellt. 
 
© Herbert Kaiser 

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„Krachen, Scheppern und dann gewaltiger Lärm, als ein schwerer Gegenstand an die Wand geworfen wurde. Oh verdammt, die Verrückte spielte drüben in der Küche schon wieder ihr absolutes Lieblingsspiel – Geister vertreiben. Gleich würde sie hierher ins Wohnzimmer stürzen, wo ich versuchte, in Ruhe meine Hausaufgaben zu machen. Und dann würde sie mir wieder lang und breit erklären, welches Gespenst gerade versucht hatte, durch die Wand zu gehen und sie anzugreifen. Ich hasste sie! Ich hasste dieses Weib aus ganzem Herzen!“ Die 13-jährige Eva lebt in einer nach außen hin heilen, kleinbürgerlichen Familie. Hinter der geschlossenen Tür herrscht Tag für Tag eine Hölle aus psychischer und physischer Gewalt durch die psychopathische Mutter und den egomanischen Vater. Verzweifelt versucht sie, sich daraus zu befreien. Vergebens - bis ihr ein altes Buch in die Hände fällt. Als letzten Ausweg beschwört sie daraus einen Teufel. Er bietet ihr seine Hilfe an. Aber sein Preis ist hoch...

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