Patrick Rabe
Der Untergang der linken Welt
Ich befürchte den Untergang der linken Welt.
Der Kultur, die die letzten 60 Jahre geprägt hat:
Rock’n Roll, Dichtung, Gemälde, Filme, Studentenrevolte, Multikulti.
Das alles, diese hohen Güter, werden vor den stinkenden Misthaufen der Neonazis geworfen,
für ein bisschen mehr nationales Selbstbewusstsein,
für Traditionen wie Freitags Fisch und Sonntags Braten,
und für den Wunsch,
die dreckigen Migranten würden aus unserem sauberen Land verschwinden.
Und ich sehe den liderlichen Nazarener
nackt unsere linke Welt zertanzen,
und sich dann flugs
auf die Seite der gescheitelten AfDler stellen.
Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.
Heute, und nach der Hitlerzeit,
müsste man so formulieren:
Gebt Gott, was Gottes ist,
und gebt dem bösen Kaiser gar nichts
außer einem Tritt in den Arsch.
Ich befürchte den Untergang der linken Welt.
Aber vielleicht können wir ihn noch aufhalten.
Die Kunst und Kultur seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts war maßgeblich links-progressiv geprägt. Im Moment scheint es so, als wollte die Mehrheit diese Werte in den Orkus kippen.
Mein Seitenhieb aufs Christentum bezieht sich vor allem auf die oft rechts gerichteten Evangelikalen, die es ja auch in Deutschland gibt. Mut macht hingegen Papst Leos Umgehen mit Donald Trump. Das sind endlich mal wieder klare Worte von der katholischen Kirche. Das innere Bild von einem nackt auf den Trümmern tanzenden Jesus hatte ich aber wirklich. Und manchmal weiß ich nicht mehr, was ich von ihm halten soll.
©Patrick Rabe
Sonntag,den 19. April 2026.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.04.2026.
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