Istvan Hidy
Merz, der schmerzt!
Merz, der schmerzt, geschniegelt und gebügelt,
im Maßanzug die Zweifel versiegelt.
Er spricht von Stärke, von Ordnung, von Pflicht,
doch bei den Menschen verfängt er sich nicht.
Ein Kanzler aus Zahlen, aus Kurs und Bilanz,
verheddert im Takt eines müden Tanz’.
Die Worte geschliffen, die Miene aus Stein,
doch draußen bricht leise die Zustimmung ein.
„Ich leide am meisten“, ruft er ins Licht,
doch Echo und Zweifel erwidern: ganz gewiss nicht.
Denn wer oben regiert und nach unten nichts fühlt,
verliert, was ihn trägt – weil er’s nie wirklich spürt.
Die einen: zu schwach. Die anderen: zu hart.
Ein Kurs ohne Richtung, ein Staat ohne Fahrt.
So steht er dazwischen, allein auf dem Grat,
ein Kanzler im Gegenwind – ohne Mandat.
Merz, der schmerzt, ein Jahr schon im Amt,
vieles versprochen, im Kleinen verrannt.
Ob er noch bleibt oder leise vergeht—
entscheidet nicht er, sondern wie Deutschland steht.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.05.2026.
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