Lieber Olaf,
dein Gedicht hat eine klare moralische Haltung, und genau das macht es eindringlich. Man spürt den Zorn über die Kälte und Feigheit, die mit Mobbing oft verbunden sind. Besonders die Zeile „Mobbing bleibt der Feigen Sport“ bringt für mich den Kern auf den Punkt: Viele Angriffe geschehen eben nicht aus Stärke, sondern aus Angst, Mitläufertum und dem Bedürfnis, selbst nicht ins Visier zu geraten.
Interessant finde ich auch den Bezug zu Norbert van Tiggelen. Sein Text arbeitet stärker mit direkter Anklage, fast schon mit Wutrede und bitterer Ironie. Dein Gedicht wirkt dagegen strukturierter und nachdenklicher. Du gehst weniger in die offene Beschimpfung der Mobber, sondern beschreibst eher das gesellschaftliche Klima, in dem Ehrlichkeit, Mitgefühl und faire Diskussionen verloren gehen.
Besonders gelungen finde ich die Frage:
„Liegt nur im Hass der Mobber Heil?“
Damit öffnest du den Text über den konkreten Anlass hinaus. Es geht plötzlich nicht mehr nur um einzelne Täter, sondern um eine Haltung, die Menschen gegeneinander stellt und Verachtung fast normal erscheinen lässt.
Auch die wiederkehrende Formel „Keine Zeit ...“ gefällt mir. Sie zeigt eine Gesellschaft, die für Aufmerksamkeit, Empörung und Vorurteile Zeit hat, aber nicht mehr für echtes Zuhören oder Menschlichkeit. Leider findet man solche Leute auch hier auf e-stories.
Man merkt, dass dein Gedicht von van Tiggelen inspiriert wurde, aber du hast daraus etwas Eigenes gemacht — weniger grob zuspitzend, dafür stiller und reflektierter.
Ein nachdenklich stimmendes Gedicht, das mir, trotz Thema, sehr gut gefällt.
Liebe Grüße
Rolph
Rolph David15.05.2026
Lieber Olaf, da hast du den Finger auf eine Wunde unserer Zeit gelegt: Das Mobbing! Das Wort ist in aller Munde und zieht sich durch alle Altersklassen. Eine betrübliche Sache.
Sehr gut geschrieben, habe ich gern gelesen!
LG Herbert
Herbert Kaiser16.05.2026
Lieber Olaf,
dein Gedicht ist auf den Punkt gebracht. Es sind passende Worte, die zeigen, wie sehr die Zunge als Waffe missbraucht werden kann, indem Mobbing mit all den falschen Anklagen zur feigen Lüge wird. Aber das Wichtigste dabei darf man nicht vergessen: Jedes giftige Wort, das ein Mobber ausspricht, vergiftet am Ende sein eigenes Herz. Sie schaden sich damit selbst am meisten, weil sie verlernen, was echte menschliche Nähe bedeutet. Als gläubiger Mensch weißt du ja, wie biblisch dieser Gedanke ist, denn die Zunge offenbart was im Herzen ist. Insofern ist dein Gedicht nicht nur eine Klage, sondern auch eine Mahnung an diejenigen, die leichtfertig verletzen wollen.
Manfred Bessmann16.05.2026
Nein, Hass & Neid und psychiatrisch bekannter Irrsinn haben sich da längst gegen glückliche Familien verbündet! Ist nur leider keine gute Nachricht, dass unser Gesetzgeber nicht mal Messerattacken in den Griff kriegt, obwohl 11 Jahre verstrichen sind.
Pietroschek16.05.2026