Christina Gerlach-Schweitzer

Meine Oma

Neulich hab ich es erfahren,
dass vor drei Millionen Jahren

meine Oma Lucy hieß -
was mich staunend hinterließ.

Sie wohnte da in Afrika,
in Äthiopien, in Afar,

als Australopithecus,
das Südaffe heißen muss.

Ich hab erstaunt zu ihr gelesen,
sie sei ziemlich klein gewesen.

Dunkle Augen, dunkles Haar,
schwarze Haut, so lebt´ sie da.

Einmal stieg sie in `nen Baum,
zwölf Meter hoch - man sah sie kaum.

Sie saß auf Ästen, fröhlich munter,
doch dann fiel meine Oma runter.

Sie war halb Mensch und halber Affe,
noch ohne Werkzeug, ohne Waffe.
Die nutzten erst ihre Nachfahren
vor über zwei Millionen Jahren.

Das Licht der Welt - nach ihr - erblickte,
Homo habilis, der sehr Geschickte.

Auch mit krausen, schwarzen Haaren,
und schwarzer Haut - hab ich erfahren.

Dem folgte der Homo Erectus dann,
der dauerhaft zweibeinig laufen kann.

Mir ist, als ob das gestern war,
doch vor fast 2 Millionen Jahren war der schon da.

Der Kerl war ein rechter Wandergeselle,
entzog sich dem Klimawandel recht helle.

Viele Erecti zogen aus Afrika raus,
wanderten - vor 1,8 Millionen Jahren - nach Europa aus.

In Europa war´s dem Erectus kalt,
drum wuchs er da zu `ner kompakten Gestalt.

Mit schwarzen Haaren, schwarzer Haut,
doch kleiner nun und kräftig gebaut.

Er nahm - weiter entwickelt - andere Nachnamen an.
Nannte sich Heidelbergiensis dann

und später nachfolgend: Neandertaler,
der war noch kompakter, noch weniger schmaler.

Als Kälte - Version Zwei-Punkt-Null sozusagen,
konnte der Großwild im Kalten gut jagen.

Die Augen blieben braun, die Haare wuchsen dicht,
bei manchen wurd´ die Haut heller, durch weniger Licht.

Diese Gene gab er dem Sapiens weiter,
der war – als Mensch - ein wirklich Gescheiter.

Vor 45.000 Jahren wanderte auch er nach Europa.
Er ließ sich hier nieder und wurde mein Opa.

Woher dieser Sapiens gekommen war?
Auch er kam damals aus Afrika.

Homo Erectus, die noch in Afrika waren
waren da seine alten Vorfahren.

Vor 300.000 Jahren in Afrika
stand er als erster Homo sapiens da.

Mit schwarzer Haut und dunklen Haaren,
der Klügste von unser aller Vorfahren.

Auch ihn zog´s in die Welt hinaus,
über Osten wanderte er aus Afrika raus,

kam vor 45.000 Jahren in Spanien an.
Der Neandertaler starb aus - ab dann.

Doch bevor diese Art ganz vollends erlischt,
hat sie ihre Gene noch mit Sapiens vermischt.

Hat dem Sapiens in Europa hellere Haut vererbt,
und manche Sapienshaare rötlich gefärbt.

Auch dickeres Haar, wurde weitergegeben,
blaue Augen nur selten – so ist halt das Leben.

Jetzt steckt in jedem Europäer, den man so kennt
Neandertalergen von bis 4 Prozent.

So wird zusammenfassend klar,
dass unsere Oma ´ne Schwarze war.

Wir sind bloß bleich, mit hellen Haaren,
weil hier die kalten Eiszeiten waren.

Bis die Sapiens ganz erbleichten – wie ich grad erfahre -
brauchte es in Europa zehntausende Jahre.

Als Klimaflüchtlinge kamen wir,
wir waren eben auch nicht immer schon hier.

Wir wanderten alle als Onkel und Tanten,
zusammen mit vielen Anverwandten,

aus Afrika raus, hinein nach Europa.
Wir alle teilen Lucy und auch unseren Opa.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christina Gerlach-Schweitzer).
Der Beitrag wurde von Christina Gerlach-Schweitzer auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.06.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  Christina Gerlach-Schweitzer als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Männer wie Vokabeln von Brit Brint



Elvira fühlt sich verfolgt - zunächst lediglich vom Pech. Sie hat ihren Job verloren, wird vom Freund verlassen und meistert ihr Leben immer weniger. Eines Abends begegnet ihr in der Disco ein Mann, der augenblicklich eine unerklärliche Macht auf sie ausübt. Von da an hat Elvira einen Verfolger. Sobald er auftaucht, ist sie wie gelähmt.

Elviras Leben wird zunehmend von Angst bestimmt, und sie zieht sich fast vollständig von ihrer Umwelt zurück. Bis zu dem Tag, an dem die Mutter ihren Besuch ankündigt ... Nur, um vor der strengen Mutter nicht als Versagerin dazustehen, rappelt sich Elvira noch einmal auf. Nimmt ihr Leben nun die entscheidende positive Wende, oder steuert sie direkt auf eine Katastrophe zu?

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (2)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Nachdenkliches" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Christina Gerlach-Schweitzer

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Timmys Stimme von Christina Gerlach-Schweitzer (Nachdenkliches)
" Das Glück" von Christine Bouzrou (Nachdenkliches)
Sommernachtstraum von Adalbert Nagele (Verrücktheiten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen