Rosemarie Gudrun Ziegler
Der Vogel im goldenen Käfig
Ein wunderschöner Vogelhahn,im Prunkkäfig, schaut vor sich hin.
Sieht auch sein Prachtgefieder an
und denkt, das ist des Lebens Sinn.
Der Käfig, Prunk und Herrlichkeit,
das feinste Futter, stets ein Fest.
Ich hab´s am besten weit und breit,
daran glaubt dieses Männchen fest.
Der Käfig steht bei Sonnenschein
ganz dicht am Fenster, welch ein Glück.
So hat der Vogel obendrein,
zur freien Welt auch einen Blick.
Vor diesem Fenster steht ein Baum,
der Sonne Licht erstrahlt schon vage,
so sieht das Männchen aus dem Raum,
ein Vogel-Weibchen früh am Tage.
Er ist vom Anblick sehr entzückt,
fühlt plötzlich eine Liebeslust,
träumt davon, wie er sie beglückt,
spürt starkes Sehnen in der Brust.
Das Weibchen kann ihn gar nicht sehen,
es fliegt hinauf zum Himmelblau,
er folgt im Käfig dem Geschehen,
ist traurig, möchte gern zur Frau.
In dem Moment wird es ihm klar,
er ist in Herrlichkeit gefangen,
bisher fand er es wunderbar,
doch plötzlich spürt er ein Verlangen.
Er möchte frei sein, möchte fliegen,
das Weibchen mit Gesang betören,
sich leicht auf zarten Zweigen wiegen,
der Himmel soll auch ihm gehören.
Zum Zweifel kommen nun die Fragen,
macht dieses Leben wirklich Sinn,
soll ich ein neues Leben wagen
in dem ich nicht gefangen bin?
Kann ich denn all das hier verlassen,
schaff ich den Weg zum neuen Glück?
Er kann diesen Entschluss nicht fassen,
bleibt so im Käfig doch zurück.
RGZ 19.11.25©
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.06.2026.
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