Rosemarie Gudrun Ziegler
Labyrinth der Seele
Die Seele birgt ein Labyrinth,
ein dunkler Ort sich dort befind,
hält alle Traumata gefangen,
sie sollen nicht ans Licht gelangen.
Im Spinnennetz der vielen Gänge,
in tiefer Dunkelheit der Enge,
verstecken sich die Schattenseiten,
aus lang zurückliegenden Zeiten.
Sie sind, wie durch einen Kanal,
einstmals in seelisch großer Qual,
in diese Tiefe abgedriftet,
haben sich dort fest eingenistet.
Man holt sie nicht bewusst hervor,
kaum jemand öffnet dieses Tor.
Im Gegenteil, es bleibt verschlossen,
man trotzt der Wahrheit unverdrossen.
So ist blockiert ein Riesenraum,
manchmal durchstreift man ihn im Traum,
dann ist diese Vergangenheit
plötzlich präsent, die Seele schreit.
Wenn man schlussendlich aufgewacht,
ist sie vorbei die Albtraum-Nacht.
Schnell will man ins gewohnte Leben,
das Schreckliche wird abgegeben.
Anstatt es mal zu überlisten,
das Labyrinth gut auszumisten,
die Traumata dann zu verjagen,
der Seele Neugeburt zu wagen.
Die igeln sich gleich wieder ein,
immer bereit, dann da zu sein,
wenn einer Seel` Stabilität,
überlastet, in die Talfahrt geht.
Dann wird es mit dem Neustart schwer,
die inn`re Kraft reicht oft nicht mehr,
so bleibt das Labyrinth des Bösen,
ein jeder hofft auf das Vergessen.
RGZ 17.12.24©
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.06.2026.
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