Rosemarie Gudrun Ziegler
Die Sanduhr
Das Rieseln golden eingerahmt,
der feine Sand fließt durch die Enge,
sein Tempo wird stets angemahnt,
denn die Geschwindigkeit hat Zwänge.
Die Körnung ist fein abgestimmt,
des Glases Winkel ebenfalls,
so kommt es, dass der Sand zart rinnt,
durch beider Kolben schmalen Hals.
Die Gläser fest im Postament,
prunkvoll ist dieses dekoriert,
den Sand, der durch die Kolben rennt,
mit Gleichklang es nach unten führt.
Im Tal des Kolbens angekommen,
sagt er die Zeit an, die vergangen
das Postament wird hochgenommen,
gedreht, um wieder anzufangen.
So ist die Sanduhr ohne Rast,
ihr Inhalt rieselt mit der Zeit,
nur wenn das Drehen man verpasst,
ist sie zu keiner Tat bereit.
RGZ 16.1.24©
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.06.2026.
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