Rosemarie Gudrun Ziegler
Verkehrte Welt
Die Emsigkeit hat Langeweile,
die Hektik hat auch keine Eile,
die Traurigkeit, sie lächelt heut
und rückwärts geht sogar die Zeit.
Die Sonne schickt kein Licht, nur Wind,
die Nacht heut schon am Tag beginnt,
der Mond hat sich total geirrt,
er scheint, obwohl es Mittag wird.
Des Flusses Wasser spendet Licht,
weil Feuersbrunst in ihm ausbricht,
die Fische fliegen durch die Luft,
des Ufers Leben Hilfe ruft.
Die Jahreszeiten umgekehrt,
Hitze des Winters Kraft aufzehrt,
der Frühling zwingt den Herbst zur Flucht,
umsonst man jetzt den Sommer sucht.
Das Eis entwickelt sich zur Flut,
in seinem Innern brodelt Glut,
wo sonst des Frostes Kälte lebt,
ein zarter Duft von Blüten schwebt.
Die Wolken stehen auf dem Kopf,
der Regen so nach oben tropft,
alles, was sonst am Himmel fliegt,
bleischwer nun auf dem Boden liegt.
Die Nacht erleuchtet diese Welt,
die sich abrupt gar nicht mehr dreht,
die Ozeane laufen leer
die Wüste jetzt ein großes Meer.
Der Tod, er wandelt sich zum Leben,
will gütig den Schutzengel geben,
die Welt, sie ist total verwirrt,
was uns in die Bredouille führt.
Was wäre dies Szenario
käme es wirklich einmal so?
Nein, dies Szenario kommt nie,
ist nur präsent als Fantasie.
RGZ 31.10.25©
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.06.2026.
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