Istvan Hidy

Fußball-WM 2026

Vierundvierzig Beine rennen

über grünen Rasen hin.

Jeder möchte Sieger werden,

jeder sucht den höchsten Sinn.

 

Rechts und links die großen Tore,

je ein Hüter steht davor.

Hält er sicher noch die Kugel,

hält er nicht – dann schreit man: TOOOR!

 

Drüben glänzen VIP-Logen,

Champagner statt Fangesang.

Manager und Werbekönige

klatschen höflich – nie sehr lang.

 

Kanada und die USA –

nicht des Fußballs altes Reich,

doch sie füllen Riesenarena'n,

Kassen klingeln goldesgleich.

 

Hundert Dollar kostet bisweilen

selbst ein Platz in großer Höh’.

Wer bezahlen kann, darf staunen,

andern bleibt nur Fernseh’.

 

Fernsehbilder, Werbepausen,

Streaming hier und Sponsoring dort.

Jeder Pass wird gut vermarktet,

jeder Schuss bringt neuen Profit.

 

Trikots, Bälle, bunte Fahnen –

alles glänzt im Markenlicht.

Selbst der Jubel scheint vertraglich,

echte Freude kennt man nicht.

 

Influencer, Kameradrohnen

kreisen wie ein Vogelschwarm.

Nur der Fan im alten Schal noch

trägt das Spiel im Herzen warm.

 

Ach, der Ball bleibt dennoch rundlich,

rollt gelassen seinen Lauf.

Er versteht von Aktien wenig,

kennt kein Minus und kein Auf.

 

Und das Volk? Es singt und jubelt,

isst Hotdogs, Pommes, Brot dazu.

Schon die alten Römer wussten:

Brot und Spiele schaffen Ruh'.

 

Morgen werden andre Helden

über dieselben Wiesen zieh’n.

Nur die Kassen bleiben Meister –

Gewinne geh’n nie unter.

 

Darum lasst den Ball nur rollen,

Jubel hallt von Tor zu Tor.

Manche spielen um den Pokal –

andre zählen Geld empor.

 

Und fällt der Ball ins rechte Eck,

bebt das weite Stadion.

Für den Fan zählt nur die Freude –

für den Boss die Provision.

 

So erklingt aus tausend Kehlen

immer wieder laut im Chor:

Ob Millionär oder Bettler –

Hauptsach', alle schrei'n: TOOOR!

 

 

 

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