Günter Weschke

Schau mir in die Augen...


Ich bin durch viele Länder gezogen,
hab oft dem Glück die Hand gereicht.
Hab manches Herz im Sturm belogen,
doch war mein eigenes niemals leicht.
Ich kannte Nächte voller Lachen,
hab keinen Morgen je bereut.
Doch tief im Herzen blieb die Frage,
wonach sich jede Seele sehnt.

Dann kamst du leis in mein Leben,
so still wie Licht nach dunkler Zeit.
Zum ersten Mal wollt' ich nur geben,
zum ersten Mal war ich bereit.

Schau mir in die Augen, Kleines,
schau mir ins Gesicht.
Denn Augen kennen keine Lügen,
sie sprechen, was das Herz verspricht.
Schau mir in die Augen, Kleines,
sieh den Schmerz in mir.
denn Tränen lügen nicht
sie erzählen nur von dir.

Mit dir war jeder Tag ein Wunder,
als wär die Welt aus Gold gemacht.
Ich glaubte fest an unser Morgen,
an jede Hoffnung, jede Nacht.
Doch eines Tages kam ein Fremder,
nahm deine Hand und ging mit dir.
Er nannte dich mit zarten Worten,
seitdem verlor ich mich und wir.

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden,
doch manche bleiben tief und stumm.
Ich suche dich in tausend Stunden,
doch jeder Weg führt nur herum.

Schau mir in die Augen, Kleines,
schau mir ins Gesicht.
Die Liebe, die ich für dich fühlte,
vergisst mein altes Herz wohl nicht.
Schau mir in die Augen, Kleines,
wenn der Abend fällt.
Weißt du, Tränen lügen nicht,
denn du warst meine ganze Welt
 

 

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