Ditar Kalaja

erinnerst du dich?

erinnerst du dich?

 

erinnerst du dich…

wie wir dachten, wir könnten die welt halten

mit zwei lachen, die zu viel watt für den regen hatten?

weil wir glaubten, unser chaos sei ein plan,

und denn lagen wir auf dem nassen asphalt

wie zwei durchnässte clowns im regen,

mir persönlich: der himmel hat uns ausgelacht,

aber wir haben zurückgelacht,

mit nasenspitze an nasenspitze

und ein bisschen selbstmitleid als gewürz.

 

und dann dachten wir, wir könnten unbesiegbar sein,

weil wir uns gegenseitig mut zusprachen –

und denn stolperten wir über die eigenen füße

mir persönlich: liebe ist manchmal slapstick,

manchmal drama, manchmal slapstick, manchmal ein film ohne ton –

schwarz-weiß

und wir haben trotzdem getanzt,

als ob niemand zuschaut,

und dann hat die katze beschlossen, dass sie unser trainer ist.

 

wir haben die sterne gezählt,

oder zumindest so getan,

weil wir glaubten, jede nacht hätte genug magie für zwei dumme köpfe,

und denn sind wir eingeschlafen unter glühwürmchen wie kleine feuer in unserem schrank,

mir persönlich: das universum lacht gern,

aber wir haben mitgelacht,

und ich schwöre, eine sternschnuppe hat uns ausgeliehen,

nur um unsere katastrophen zu beleuchten.

 

ich wollte ernst sein, du auch –

„die welt verlangt es“, sagten wir,

und dann haben wir uns geküsst mitten im supermarkt

zwischen bananen und abgepacktem wurstsalat,

mir persönlich: ernst sein ist optional, humor ist verpflichtend,

und romantik ist meistens improvisiert.

wir stritten über himmel und erde, ohne philosophie, über träume und kleinigkeiten

weil wir dachten, alles müsse einen sinn ergeben –

und denn haben wir uns wieder geküsst

mir persönlich: streit ist nur liebe in tarnung,

manchmal mit augenrollen als extra topping,

manchmal mit einer keksdose als waffe.

 

wir dachten, wir könnten die zeit austricksen,

weil wir sagten: „nur dieser moment“,

weil wir dachten, herzschläge hätten kein ablaufdatum,

und denn haben wir getanzt auf kaputten fliesen,

mir persönlich: das war liebe, frech, absurd, echt

mit drei schuhen, einer socke

und einem blick, der sagt: „du bist verrückt, aber ich bleibe.“

punchline: wir haben die zeit verarscht,

und sie hat zurückgegrinst.

 

und dann war da das frühstück – verbrannte eier, verbrannte pläne,

kaffee, der wie lava aussah und schmeckte,

wir dachten: das ist gourmet, das ist kunst,

und denn haben wir so getan, als würden wir michelin verdienen,

mir persönlich: liebe riecht nach verbranntem toast,

aber man isst trotzdem alles,

weil wir optimisten sind,

oder wahnsinnig, manchmal beides gleichzeitig.

 

weißt du noch, wie wir dachten, wir könnten für immer bleiben?

weil wir glaubten, chaos sei besonders, einzigartig, heilig –

und denn haben wir den boden geküsst

mir persönlich: wir sind absurd, wir sind echt, wir sind wir,

mit kratzern an den knien,

feuer in den augen und angst in den fingern,

aber wir sind geblieben.

punchline: und ja, wir haben sogar überlegt, die katze zu heiraten,

weil treue manchmal merkwürdige formen annimmt.

 

und dann, überraschung:

du hast plötzlich ein glas wasser über mich ausgeschüttet,

und ich dachte: „ah, jetzt weiß ich, dass das universum nicht nur lacht,

es will uns nass machen.“

mir persönlich: wasser macht alles intensiver,

auch gefühle, auch chaos, auch die socken.

 

manchmal erinnere ich mich an diese augenblicke

wie an ein feuerwerk, das schief ging,

aber trotzdem funkelte,

weil wir lachten, und denn lachten wir noch mehr,

mir persönlich: das lachen ist unsere superkraft,

unsere zerstörerische, verführerische, improvisierte superkraft,

mit eingebauter selfdestruct-funktion,

punchline: und wir haben sie getestet, jedes mal.

 

und dann plötzlich, wie ein blitz,

merken wir: wir erinnern uns nicht an alles,

wir erinnern uns nur an gefühle,

an das stolpern, das lachen, die augenblicke, die nach feuer schmeckten,

mir persönlich: alles andere ist bonus,

alles andere kann warten,

alles andere ist latte, espresso, cappuccino

mit einem schuss chaos und einer prise liebe.

 

und dann haben wir die nachbarn gestört,

weil wir den song lauter gespielt haben,

als die welt erlaubte,

weil wir dachten, musik könnte die zeit stoppen,

und denn ist der hund durchgedreht,

mir persönlich: das war der moment, als wir beschlossen haben, dass wahnsinn sexy ist.

 

jetzt sitze ich hier

und denke…

und dann dachten wir…

mir persönlich fällt ein,

wir lachen immer noch,

und denn, ja denn,

ist alles noch möglich.

 

punchline am ende:

liebe ist kein planer,

liebe ist ein notfall,

liebe ist pizza um zwei uhr nachts,

liebe ist, wenn du mitten im chaos noch jemanden findest,

der deine socke klaut,

dir ein glas wasser ins gesicht schüttet,

und trotzdem küsst.

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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