Günter Weschke
Wenn die Liebe bleibt.
Es wohnt nicht dort, wo Rosen blühn,
nicht nur im Kuss, nicht nur im Blick.
Es lebt in allen stillen Mühn
und trägt verlor'nes Glück zurück.
Die Liebe zählt nicht Jahr um Jahr,
sie misst nicht Falten, nicht die Zeit.
Sie sagt nur leise: „Ich bin da,
für alle Ewigkeit bereit.“
Sie ist der Wind im alten Baum,
das Flüstern tief im Abendrot,
sie webt aus jedem Lebenstraum
ein Lied, das stärker ist als Tod.
Hat dich das Schicksal einst verletzt,
hat man dein Herz auch schwer entzwei,
so wird doch irgendwo, zuletzt,
ein neuer Morgen wieder frei.
Denn jede Träne, die verrinnt,
ist Perle einer stillen See.
Und jeder Mensch, der wahrhaft liebt,
versteht auch Kummer, Schmerz und Weh.
Vielleicht begegnen wir uns dort,
wo Sterne über Wiesen ziehn,
wo jedes Schweigen wird zum Wort
und alle Abschiede verglühn.
Dann reichst du mir nur deine Hand,
kein Laut muss zwischen uns mehr sein.
Die Seele kennt ihr Heimatland,
und findet endlich sich daheim.
So liebe, solange Liebe lebt,
mit jedem Atemzug der Zeit.
Denn nur das Herz, das sich erhebt,
besiegt die dunkle Einsamkeit.
Und wenn dereinst mein Weg vergeht,
der letzte Abend leise lacht,
dann weiß ich, dass die Liebe steht
als heller Stern in tiefster Nacht
Drum nimm mein Herz – ganz still, ganz sacht –
bewahr es wie ein kleines Licht.
Denn wer aus ganzer Seele liebt,
den verliert die Liebe nicht.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.07.2026.
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