Rosemarie Gudrun Ziegler
Der Lebensbaum
Das grüne Blatt gehört zum Baum,
dort kann es gut und sicher leben.
Das Blatt, geprägt durch Form und Saum,
wird ihm den rechten Namen geben.
Egal welch Farbe, Form und Breite,
sofort erkennt man an dem Blatt
den Baum, an dem man sich erfreute,
ein starker Stamm und Blätter satt.
Doch wenn das Blatt sich löst und fliegt
vom Wind getragen, ohne Zwang,
glaubt’s, dass die Freiheit vor ihm liegt,
es nicht mehr dient als Baumbehang.
Die Lebensschnur, sie ist durchtrennt,
die Kraft entschwindet alle Tage.
Das, was man freies Leben nennt,
wird nach und nach zu einer Plage.
Das Blatt, es fliegt von Ort zu Ort,
dort gibt es vieles zu entdecken,
Das Schwachsein setzt sich leider fort,
auch zeigt das Blatt bald sichtbar Flecken
Erst wird es gelb, danach ganz braun,
es welkt, rollt sich, droht zu zerfallen,
hat kein Interesse mehr zu schauen,
sieht keinen Sinn mehr in dem allen.
Erst jetzt, so krank, bemerkt das Blatt,
dass es nicht wichtig ist zu schweben,
auch nicht zu schauen, denn das hat,
nur kurzzeitig ihm Freud gegeben.
Diese Art Leben birgt Gefahr,
die Einsicht wurde ihm gegeben,
leider zu spät wird ihm erst klar,
am Baum allein ist wahres Leben.
RGZ 19.11.25©
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.08.2026.
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