Chandrika Wolkenstein
Wo ein Tisch gewesen sein könnte
Der Flur,ein zugewachsener Fluss.
Tüten treiben darin,
Schachteln,
Zeitungen
mit abgestorbenen Tagen.
Die Wohnung hat
ihre Wände vergessen.
Alles rückt näher,
Stuhl an Kiste,
Kiste an Atem,
bis selbst die Luft
den Bauch einzieht.
Die Mutter bewahrt
die Häute der Dinge,
als könnte nichts sterben,
solange es bleibt.
Unter einem Gebirge
aus Pappe
schläft vielleicht
ein Tisch.
Das Kind kommt heim
mit einer weißen Seite.
Eine kleine Fläche aus Licht,
liniert,
am Rand gelocht.
Sie sucht einen Platz
für ihre Hand.
Die Küche ist verschüttet.
Das Sofa trägt Kleider.
Auf dem Boden
blühen Dosen,
staubgrau und stumm.
Also legt sie das Heft
auf ihre Knie.
Zwei schmale Dächer
über dem Durcheinander.
Der Bleistift wartet
zwischen den Fingern.
Mein Zuhause
lautet die Überschrift.
Darunter
lässt sie Platz.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.08.2026.
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