Ingrid Baumgart-Fütterer
Toxische Freundschaften - oder doch nicht? -
- Alle hier aufgeführten Charaktere sind fiktiv -
-1-
Schamlose Scheinheiligkeit
-1-
Er lügt dir was vor, ohne Scham,
verziert Lobesworte mit Rahm,
doch schlägt, s dir auf Magen und Darm,
wenn du merkst, du bist nicht sein Schwarm.
-2-
Geheuchelte Lobesworte
schmecken süß wie Zuckertorte,
klingen schmeichelhaft - und „forte“,
durchdringen sie Herzenspforte.
-3-
Nichts ist so gemeint wie gesagt,
Heuchler ist äußerst sprachbegabt,
sein Charme Rivalen überragt,
Lüge an deinem Ego nagt.
-2-
Jammern auf hohem Niveau
Gebetsmühlenartig werden
mit aufgesetzter Leidensmiene,
vor Selbstmitleid triefender,
anklagender, vorwurfsvoller Stimme,
repetierend Klagen abgespult
über selbstgeschaffene Probleme.
Die „bösen“ Anderen, mit ihren
ihren unlauteren Absichten
werden dafür verantwortlich gemacht
und zur Rechenschaft gezogen,
anstatt selber dafür geradezustehen,
es sozusagen zu verantworten.
Gejammer hat sich verselbstständigt,
verhindert eine realistischere Sicht
auf sich zuspitzende Problematiken,
„verengt“ den Tunnelblick, verzerrt den
Blickwinkel, trübt den Durchblick,
der Teufelskreis schließt sich.
Teufelskreis kann nur durchbrochen,
wenn Selbstverantwortung geübt wird
auf der Grundlage einer realistischeren,
unvoreingenommenen Einschätzung
der bisherigen Problemlage…..
-3-
Einerseits- anderseits
Ich möchte mit dir befreundet sein,
aber nur, wenn ich das Sagen habe
und du dich bedingungslos nach meiner
Prioritätensetzung richtest,
ohne unbequeme Fragen zu stellen.
Ich möchte mit dir befreundet sein,
aber nur, wenn du Rücksicht auf meine
Bedürfnisse, Befindlichkeiten nimmst,
dich mir nicht aufdrängst, aber stets
zur Stelle bist, wenn ich dich brauche.
Ich möchte mit dir befreundet sein,
aber nur, wenn du mir Freiräume lässt,
dich in meine Angelegenheiten nicht einmischt,
solange ich dich nicht darum bitte,
ansonsten dich still und verschwiegen verhältst.
-4-
„Wie geht es dir?“
-1-
-Frage wird meist „en passant“ gestellt –
was Fragestellern selten gefällt,
sind die Antworten der Befragten,
die bereits am Zeitbudget nagten.
-2-
Was den Befragten selten gefällt,
dass jener, der diese Frage stellt
gar keine Antworten hören will,
Zuhören wäre Stress pur, statt „Chill“.
-3-
Höflichkeitsfloskel, ohne Substanz,
vielfach verwendet von Hans und Franz,
täuscht Interesse lediglich vor,
Fragesteller sind niemals ganz Ohr.
-5-
Ein Meeting von langer Hand geplant
Wir könnten uns ja tatsächlich
irgendwann einmal treffen,
wenn jeder für sich mal
für ausreichende Erholung
gesorgt hat und dann könnten
wir vielleicht sogar mal wieder
miteinander wandern
oder sogar zwei bis drei Tage
mal wieder zusammen
verbringen und uns entspannt
mal wieder unterhalten
wie in früheren Zeiten.
Vielleicht könnten wir uns
hin und wieder kurzschließen
per Videoschalte, wenn wir
mal die Zeit haben sollten,
irgendwann uns damit
ausführlicher zu befassen, um
dies auf Reihe zu bekommen.
Mal abwarten, wie es künftig
für uns am besten sein wird.
Vielleicht wäre ein Wechsel
zwischen Präsenz und
Online-Kontakt irgendwann
eine gute Gelegenheit,
das mal auszuprobieren.
Ja, es würde mich wirklich
sehr freuen, wenn wir uns
irgendwann mal treffen könnten.
Vielleicht klappt es doch mal.
Melde dich doch bei Gelegenheit
mal wieder bei mir.
Ob anvisiertes Meeting wohl stattfinden wird?
-6-
„Schönwetterbeziehungen“
Solche Beziehungen
werden aufrechterhalten,
solange der Spaß an der Freude
überwiegt und man
hinreichend persönliche Vorteile
daraus schlagen kann.
Tauchen Wolken am
Beziehungshimmel auf,
droht Sturm oder Gewitter
aufzuziehen,
geht man in Deckung,
lässt sich weder hören
noch blicken,
reagiert auf nichts mehr,
stellt sich „tot“,
zieht sich in Notzeiten
rechtzeitig zurück, um sich
aus der Verantwortung
stehlen zu können und
„Unannehmlichkeiten“
nicht aufkommen zu lassen.
Keinen Gedanken will man
an dieser Beziehung
verschwenden, keine Minute
länger hierfür vergeuden.
Stattdessen knüpft man
mit aufgesetzter Maske
der Freundlichkeit
und geheucheltem Interesse
unverzüglich neue
„Schönwetterbeziehungen“,
die wiederum gerade so lange
aufrechterhalten werden,
bis erste Wolken aufziehen,
den Spaß trüben …..
So reihen sich „Sonnentage“
aneinander, doch die Seele
bleibt davon unberührt.
Sie verdunkelt zunehmend
in der schönen „Scheinwelt“.
-7-
Zweckbeziehung aus Berechnung
-„Wie du mir, so ich (nicht) dir“-
Gibst du mir, gebe ich dir,
aber nur, was ich ohnehin
als unbrauchbar aussortieren
oder wegwerfen will.
Das Wertlose ist für
dich gerade gut genug.
Ich erwarte von dir,
dass du mir nur Dinge
schenkst, die von Wert sind.
Von mir aus werde ich
dir jedoch nichts geben.
Gibst du mir nichts mehr,
ist unsere Beziehung
für mich gestorben.
Sie wäre unrentabel,
uninteressant,
nur ein lästiges Übel.
- Zum Glück alles rein fiktiv! -
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.08.2026.
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