Chandrika Wolkenstein
Das Kommende
Unter der Stadtschiebt sich etwas durch den Lehm.
Es hat kein Gesicht
und trägt doch
die ungeborenen Tage
unter der Haut.
Es gleitet an Wurzeln vorbei,
an blinden Kabeln,
an Fundamenten,
die sich für endgültig halten.
Oben ordnen die Menschen das Morgen
in Kästchen,
bauen aus Terminen
einen Zaun
gegen das Ungewisse
und nennen Zukunft,
was sich berechnen lässt.
In den Feeds
glitzert es längst:
gefiltert,
makellos,
abonnierbar.
Das Kommende
trägt keine Uhr.
Es braucht keine.
Es stellt keine Fragen,
klopft an keine Tür.
Manchmal hebt es den Kopf
bis an die Kellerdecken
und lauscht
den Schlafenden.
Die Häuser beben nicht.
Keine Scheibe springt.
Kein Hund schlägt an.
Nur die Zähne der Menschen
klappern im Schlaf. Vorheriger TitelNächster Titel
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Chandrika Wolkenstein).
Der Beitrag wurde von Chandrika Wolkenstein auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.08.2026.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
t-online.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)