Patrick Rabe

Zur neuen Homophobie

 

 

Wenn man bedenkt, dass das lockere Lied „Lola“; das die Verführung eines Heteros durch eine Transperson schildert, schon 1970 auf den Markt kam, und sich damals kein Schwein darüber aufregte, kann man die ganze Homophobie, die es heutzutage gibt, nur wahnsinnig rückschrittig und anachronistisch finden. Es ist eine Schande, dass LTGBQ-Leute heute wieder um ihr Leben zittern müssen wegen ihrer sexuellen Ausrichtung. Ich habe manchmal den Eindruck, dass noch vor 20 Jahren der Umgang mit Schwulen, Lesben und Transmenschen unverkrampfter war, als heute. In den Nuller Jahren dieses Jahrhunderts war der CSD deswegen einfach „nur“ noch eine bunte Feier-Parade, wo sich queere Menschen ihres Lebens freuten, und viele Heteros feierten mit. In unseren Tagen ist aus dem CSD notwendiger Weise wieder eine politische Parade geworden. Die Kinder der Millennials, die selber vielfach Kinder der Alt-68èr waren, und wie ihre Eltern eher locker drauf, grenzen sich nun von ihren Eltern ab, indem sie sich auf konservative Werte der 1980er besinnen, Helmut Kohl toll finden, und sich fundamentalistischen Religionsformen oder gar rechten Gruppierungen anschließen. Also hat vielleicht mit 40 Jahren Verspätung Kohls geistig-moralische Wende doch noch stattgefunden. Der neue Homo-Hass wurzelt möglicherweise in zu liberaler Erziehung und einem Zurückpendeln in Zeiten als „alles noch seine Ordnung hatte“ und es nur zwei Geschlechter gab. Das finde ich sehr schade, gerade auch deswegen, weil die jüngere Forschung sich wirklich einmal mitfühlend den Bedürfnissen von queeren Personen angenommen hat, und unglaublich viel herausgefunden hat, was man mit den jetzt wieder aufkommenden, rechten Scheuklappen wohl nie herausgefunden hätte. Queere Personen wurden jahrhundertelang verfemt, kriminalisiert, ins Gefängnis gesteckt und getötet. Die vollwertige Anerkennung queerer Menschen in Deutschland ist genau erst 32 Jahre alt- ein Klacks in der Geschichte! Und schon wollen die Neo-Cons alles wieder zunichte machen. In der heutigen Zeit, mehr und mehr in allen nur denkbaren Bereichen, gilt immer wieder: Wir dürfen den Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Menschen haben eine Würde, und wollen sie selbst sein dürfen. Lasst uns nicht Sittenwächter mit überkommenen Moralvorstellungen darüber befinden, wer ein Mensch sein darf und wer nicht!

 

Deswegen, Leute: Nie die AfD wählen!

 

©Patrick Rabe

Mittwoch, 26. August 2026

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Patrick Rabe).
Der Beitrag wurde von Patrick Rabe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.08.2026. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Patrick Rabe als Lieblingsautor markieren

Bücher-Tipp:

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Gesellschaftskritisches" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Patrick Rabe

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Staubsaugervertreter von Patrick Rabe (Satire)
1989 von Heideli . (Gesellschaftskritisches)
Die Ungerechte von Karl-Heinz Fricke (Menschen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen