Chandrika Wolkenstein
Leise genug
Nach Mitternachtwird die Leere größer
als der Körper.
Schränke öffnen
ihre stillen Münder.
Hände suchen nach etwas,
das die Einsamkeit füllt.
Süße, Salz,
ein hastiges Verschwinden.
Für wenige Minuten schweigt
die strenge Stimme,
die jeden Atem abmisst.
Dann wendet sich alles.
Über weißem Porzellan
krümmt sich der Körper.
Der Trost nimmt
sein Versprechen
zurück.
Wasser über Hände,
über Lippen,
während die Schuld
schon den Spiegel besetzt.
Später
auf den kalten Fliesen,
ein Mensch,
die Stirn an die Knie gelegt.
Ein Arm um die Schultern,
der eigene.
Eine unbeholfene Wärme,
leise genug,
um niemanden zu wecken.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.08.2026.
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