Emil Rudolf Bopp

Heimatdorf

Die alten Straßen fremd vertraut
die Häuser, teils in neuer Haut
der Staub am Wegrand ist noch gleich
die Wiesen, Bäume und der Teich
und doch ist alles anders nun

Bekannte, Freunde sind verschwunden
da, wo sich einst der Bach gewunden
sind Mauern heute, grauer Stein
am Dorfplatz kein Zusammensein
denn jeder hat so viel zu tun

Trotzdem dringt noch aus allen Ritzen
die Jugend und ihr Augenblitzen
zugleich mit der Vergänglichkeit
mit Abschied und dem Zahn der Zeit
die Runzeln aufs Gedenken legen

Das Wiederseh’n bereitet Freude
und mischt sich doch mit Wehmut heute
denn durch die Heimkehr schimmert schon
das Wissen, dass du ein verlor’ner Sohn
der zu Besuch nur geht auf diesen Wegen

© Emil Rudolf Bopp

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Seinen wohlverdienten Urlaub hat sich Kommissar Heinz Kelchbrunner anders vorgestellt: Erst stößt er beim Graben in seinem Garten auf menschliche Gebeine, dann beschäftigt ihn ein weitaus aktuellerer Todesfall in seiner freien Zeit: Anna Einarsdóttír wird beim Spaziergang von einem Ast erschlagen – und das ist, wie sich herausstellt, nicht dem stürmischen Wetter geschuldet. Kelchbrunner und seine Kollegin Katharina Juvanic nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt schließlich nach Island, die Heimat der Toten, und zum geplanten Bau eines Staudammes, der eine wertvolle Naturfläche akut gefährdet. Dass Kelchbrunner von oberster Stelle dorthin beordert wird, um weitere Nachforschungen anzustellen, kommt dem umweltbewussten Kommissar gerade recht. Vielleicht gelingt es ihm, nicht nur Licht ins Dunkel zu bringen, sondern gleichzeitig seine eigenen Schlafstörungen und einen schmerzhaften Verlust zu überwinden. Kaum in Island angekommen, muss er sich jedoch gleich mit störrischen Behörden und verstockten bis feindseligen Einheimischen auseinandersetzen. Es scheint, als sei niemandem hier an der Auflösung des Falles gelegen …

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