Leonhard Ried
Ein ungewöhnlicher Rückblick auf das eigene Leben!
Auf einer Bank sitzend,
raucht er eine Zigarillo,
bevor er den Wagen weiter schiebt
zum Grab seiner Eltern.
Zwanzig Euro hat er für die Blumen bezahlt.
Auch er ist längst bereit zu gehen.
Erkrankungen haben ihm sehr zugesetzt.
Als Einzelkind musste er sich stets
allein durchs Leben schlagen.
Zweimal war er verlobt.
In beiden Fällen ist nichts draus geworden.
Lag es an ihm, lag es an der Frau?
Beides ist möglich.
Unter dem Alleinsein hat er nur selten gelitten.
Was sein Verhältnis zum weiblichen Geschlecht anbetrifft,
fügt er jedoch schmunzelnd
und mit einem leichten Anflug von Wehmut hinzu:
"Ein paar nette Vögel waren schon dabei!"
Vom Rauchen spricht er so,
als wenn es ein höchst bewährtes Allheilmittel wäre,
das ihm der Arzt seines Vertrauens verordnet hätte.
Nicht ohne Lächeln sagt er deshalb zu mir:
"Steckt mir eine Zigarette in den Mund,
wenn ihr mich in den Sarg legt.
Das ist mein letzter Wunsch!"
Dieser etwas schrullige Typ war mir
nicht ganz unsympathisch.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.09.2026.
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