Günter Weschke

Abenndstimmung

Sanft streicht der Abendwind
mir über mein Gesicht,
und flüstert leis im Abendrot
von einem Tag, der langsam bricht.

 Ich spüre trotz der Sanftheit
die Kraft, die er besitzt,
wie er durch meine Haare fährt
und durch die Bäume flitzt.

 Es war ein schöner Sommertag,
voll warmer Sonnenstrahlen,
voll Vogelstimmen, Lebenslust
und Farben ohne Zahlen.

 Die Menschen saßen auf den Bänken,
plauderten ein jeder lachte,
genossen diesen schönen Tag,
der ihnen Freude brachte.

 Ein jeder trug ein Lächeln
still und freundlich im Gesicht,
als wäre dieser Sommertag
für jeden nur ein helles Licht.

Doch langsam wird es Abend,
die Sonne sinkt hinab,
und golden legt ihr letzter Schein
sich auf den stillen Tag.

Die Vögel werden schweigsamer,
ihr Lied verklingt im Wind,
als wüssten auch die kleinen Sänger,
dass bald die Nacht beginnt.

 Am Himmel ziehen Wolken
wie Träume sanft dahin,
und über stillen Dächern
verliert sich das Licht darin.

 Ich bleibe noch ein Weilchen
und schaue in die Ferne,
dort leuchten schon am Abendhimmel
die ersten kleinen Sterne.

 Der Abendwind wird leiser,
die Welt kommt langsam zur Ruh,
und irgendwo schlägt eine Tür –
dann bleibt auch sie bald zu.

 Ich atme tief den Frieden ein,
der über allem liegt,
und denke: Welch ein schöner Tag,
der nun zu Ende geht.

 Vielleicht ist Glück nicht laut und groß,
nicht reich und wunderbar –
vielleicht liegt es in diesem Augenblick,
der einfach friedlich war.

 Und wenn die Dunkelheit nun kommt
und legt sich übers Land,
dann hält der Abend noch für mich
den Tag an seiner Hand.

 So geh nun, lieber Sommertag,
geh still zur Nacht hinaus.
Ich trage deine Wärme
noch lange mit nach Haus.

 

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