Patrick Rabe
AvalonII
Ein warmer Wind, er säuselt in den Bäumen,
erzählt uns vom verlor’nen Paradies,
ich sitze draußen, lausche meinen Träumen,
und frage mich, wie ich noch gestern hieß.
Es zieht ein Kriegsgerücht über das Land,
der Herbst mäht alle Koppeln ab,
doch ich zehr‘ von der Blume, die ich fand,
so fall ich nicht hinein ins Grab.
Kapitalismus macht Alarm,
denn meine Kaufkraft ist zu schwach,
jedoch er sagt: „Mensch ist noch warm,
wir stützen ihn mit Ach und Krach.“
Und ich träum` scheu vom besser’n Leben,
wo nicht die Werbung mich beherrscht,
wo Liebe lebt, und auch Vergeben,
und Gleichheit neben Freiheit märscht.
Ein großer König, Artus, ging einst in die Ruhe,
er würde wiederkehren, heiß es damals schon,
ich hole meine Bücher aus der Truhe,
die mit den Sagen: Avalon!
Und jetzt, in Sommers letzten Tagen
riecht es nach Äpfeln, man muss ernten bloß,
ich werde dich nach deinem Namen fragen,
dann fällt mir Avalon in meinen Schoß!
Ich hätte jetzt auch das Neue Jerusalem besingen können, aber Avalon, die Äpfelinsell, passte besser. Hier, wo ich wohne, riecht es fantastisch nach Äpfeln. Manchmal liegt „das Land, das wir suchen“ (Rio Reiser) in weiter Ferne, mal können wir es greifen, wenn wir mit dem Nächsten teilen und Anteil an seinen Freuden, Tränen und Nöten nehmen. Alles Liebe und frohe Apfelernte!
©Patrick Rabe
Montag, 31. August 2026
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.09.2026.
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