Lieber Leonhard,
dein Gedicht hat mich nicht erst nachdenklich gemacht. Dafür beobachte und benenne ich diese Entwicklungen schon viel zu lange.
Ich glaube tatsächlich, dass sich Geschichte wiederholt. Manchmal erschreckend ähnlich, nur eben mit den technischen Möglichkeiten und der Sprache unserer Zeit. Die Menschen ändern sich offenbar weniger, als wir uns das nach mehr als achtzig Jahren Erinnerungskultur gern einreden.
Wir haben die Dokumente, die Bilder, die Geschichtsbücher, die Zeitzeugenberichte. Wir wissen, wie solche Entwicklungen beginnen können, wo und wie sie enden! Und trotzdem stehen Menschen wieder vor den ersten Warnzeichen und schauen darauf wie ein Kaninchen vor einer Schlange, als ginge es sie nichts an! Verdrängen, relativieren, beschwichtigen: „So schlimm wird es schon nicht werden.“
Aber genau dieser Gedanke, diese Aussage ist so beängstigend!
Denn das eigentlich Erschreckende ist für mich nicht, dass wir unsere Geschichte nicht kennen. Wir kennen sie. Das Erschreckende ist, dass Wissen allein offenbar noch lange keine Erkenntnis bedeutet und Erkenntnis noch lange kein Handeln.
Deine Fragen am Ende empfinde ich deshalb überhaupt nicht als übertriebene Schwarzmalerei. Im Gegenteil: Ich fürchte, dass wir auf manche Antworten nicht mehr allzu lange warten müssen! Und ich fürchte ebenso, dass sie nicht die sein werden, die wir uns wünschen!
Genau das ist die Stärke deines Gedichts: Es fragt nicht danach, ob wir die Vergangenheit kennen, es fragt, ob wir diesmal bereit sind, ihre Warnzeichen ernst zu nehmen. Und tun wir das? Ich bezweifele das erheblich!
Danke für diesen unbequemen Text, Leonhard. Genau solche Texte braucht unsere Welt, unsere Nation!
Liebe Grüße
Rolph
Rolph David03.10.2026
Lieber Leonard,
deine durchaus berechtigten Fragen rütteln auf und geben Anlass zu größten Befürchtungen.
Wie die Geschichte zeigt, wollten oder konnten Machthaber daraus so gut wie keine Lehren in Richtung Friedensabkommen ziehen. Ich denke, dass wir auf einem Pulverfass sitzen.
Deine Fragen haben mich inspiriert, danke.
Nachdenkliche Grüße von Ingrid
Wiederholt sich die Geschichte?
Die Historie es zeigt,
Kriegslust Machthaber umtreibt -
wer sich zu Kriegen antreibt,
Friedenspläne hintertreibt,
sich Gebiete einverleibt,
düstere Kapitel schreibt.
Die Historie es zeigt,
Grauen sich in Herzen schreibt,
die Angst in Seelen verbleibt,
zermürbt, Vertrauen „zerreibt“,
Schrecken die Opfer umtreibt,
düstere Kapitel schreibt.
ibaum03.10.2026
Ich mache mir definitiv Sorgen um Deutschland wegen der massiven Wohnungsnot und er Kriminalität, Leonhard, auch wenn ich bald auswandern werde, aber dass die Rechtspopulisten ein KZ oder mehrere bauen, halte ich für unwahrscheinlich. So schlimm ist die AFD in meinen Augen dann doch nicht. Einer meiner Cousins (zu dem ich seit meiner Jugend keinen Kontakt mehr habe) ist AFD-Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus. Der ist ihr nur beigetreten, weil er sich härteres Vorgehen gegen Kriminalität wünscht. Er würde nie KZ's billigen. Als der Meuten (hieß er so?) noch AFD-Chef war, wurde gesagt, dass die Partei keine Nazis duldet. Die AFD ist als alternative Partei angetreten, nicht als NSDAP. Das ist meine Meinung. Angst habe ich daher nicht.
LG von Nina
Nina Bade03.10.2026
...Leonhard, dagegen kann man nicht früh genug ankämpfen.
Das hätte schon längst geschehen müssen!
LG Bertl.
freude04.10.2026
Lieber Leonard, das sind ganz starke Worte und mich treibt auch die Sorge um, wohin unser Land steuert.
LG Uwe
Theumaner06.10.2026