Alf Kaiser

Am Heiligen Abend




Weihnachten das Fest der Freude
Heilig Abend ist es heute
die Verwandtschaft kommt nach Haus.
Alles sieht so friedvoll aus.

Selbst Onkel Paul nebst Tante Frieda
die waren Weihnachten noch nie da,
auch Atheisten und die Frommen,
alle sind zum Fest gekommen.

Der Weihnachtsbaum im Glanz der Kerzen,
erwärmet die Besucherherzen.
Die Bibel wird jetzt rezitiert,
von Ochs und Esel fabuliert.

Inbrünstig wird auch jetzt gesungen,
das Lied vom Ross, das war entsprungen
und hat dann noch ein Blümlein bracht.
Vom Tannebaum und Stille Nacht.

Bei “Holder Knabe“ ein Skandal,
denn Onkel Franz hat wieder mal
sich arg im Tongesang vergriffen,
den Rest dann nur noch mitgepfiffen.

Die Weihnachtsstimmung war im Arsch
die Wortwahl danach: ganz schön harsch.
Bald flogen schon die ersten Fäuste
und dann die Drohung: “Das bereuste.“

Auch Opa war das nur ein Greuel
der Krückstock saust auf das Geknäuel,
die Kinder kreischen jetzt im Chor:
“Das kommt jede Weihnacht vor.“

So sitzen sie vom Kampf geschunden,
die Hände und den Kopf verbunden,
andächtig wieder vor der Krippe,
die blutsverwandte Weihnachtssippe.

Man liegt sich wieder in den Armen
und wünscht sich mit ´nem herzlich warmen
Händedruck ein friedlich Fest,
als sei vorher nichts gewest.
________________________________________
So familiär wies diesmal war
wird es bestimmt auch nächstes Jahr.
________________________________________

by Alf Kaiser 2004

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.12.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Wenn erst ein laues Lüftchen weht,
das sich naturgemäß dann dreht
und schnelle ganz geschwind,
aus diesem Lüftchen wird ein Wind,
der schließlich dann zum Sturme wird,
und gefahren in sich birgt-
Dann steht der Mensch als Kreatur,
vor den Gewalten der Natur.
Der Mensch wird vielleicht etwas klüger,
seinem Sturmwind gegenüber.


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