Götz Grohmann
Romanik aus dem Spreewald
Im Spreewald
Lautlos im Kahn
Kaum Wellen, nur ein sachtes Beben,
Himmel, Wald und Vogelwelt,
darüber scheine ich zu schweben,
alles ist noch einmal dargestellt.
Faszinierend langsam sich bewegen,
taucht Stille mich im Spiegel ein.
Und ich bin ganz dem Traum ergeben
über einer zweiten Welt zu sein.
Wunderbarer Blütentraum
auf weiten Feldern vor mir liegt.
Am Ufer stehen Trachtenfrau'n
ihre Kleider blumenbunt geschmückt.
Spreewaldhäuser schilfgedeckt
seltsame Heuschober grüne Wiesen zier'n.
Fließe tief im Wald versteckt,
die ins Ungewisse führ'n.
An Kreuzungen hölzerne Schilder,
wo die Fließe von der Spree abzweigen
in dunkle endlose Wälder
und ihr tiefes Schweigen.
Die Haubentaucher
Bootstour im Spreewald
In des Abends goldener Stunde
schwimmen, geschützt vor Windesgewalt,
im Boot wir unsere letzte Runde
entlang am Saum vom nahen Fichtenwald.
Es schweigt des Windes himmlischer Wille.
Des Wassers Spiegel ist ruhig und klar.
Umgeben von des Waldes tiefster Stille
schwimmt im See ein Haubentaucherpaar.
Sie tun, als schwatzen sie schon eine Weile
und hätten uns noch gar nicht vernommen.
Ihre Körper zeichnen ins Wasser zwei Pfeile,
die langsam als Wellen zu uns kommen.
Die Köpfe der Taucher sind mit Tropfen benetzt.
Wir gleiten vorüber im schwankenden Boot.
Die Krone des Männchens, wie von Perlen besetzt,
und das Feuer des Abends ist dunkelrot.
Neidisch sehen wir den beiden zu.
Doch unsere Gedanken denken wir zu laut,
und verschwunden sind die beiden im Nu
in der Tiefe des Sees, der Taucher und seine Braut.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.12.2004.
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