Manuel Thiel
Kreuzzug
Es war nur ein kleines Zeichen an der Wand,
es wirkte unterschwellig, nicht politisch,
es war mehr der Zwang, die Wirkung eher unbekannt;
nur ein Zeichen an der Wand; der Anfang, es wurde kritisch.
Die Vorbereitungen waren angenehm, nicht zu spüren vom Kampf,
sie waren seine Familie, der Hintergrund verkannt,
er war mit Freuden dabei, berauscht und getäuscht vom Dampf,
der aufstieg, als der erste Wurf sein Ziel fand.
Das Feuer entfachte, die Flammen befriedigten die Gier
und jeder weitere Aufprall steigerte die Euphorie;
sie spürten kein Unrecht, verteidigten nur ihr Revier,
die Folgen verdrängt, das Gewissen in der Peripherie.
Nach vollbrachtem werk zogen sie von dannen,
in die nächste Kneipe, auf die Freude ein Glas,
die Stimmung verhinderte, daß sie sich besannen.
Am nächsten morgen war er geschockt, in der Zeitung las
4 Tote, 3 Erwachsene und ein Kleinkind;
ihm wird klar, er kann nicht umkehren, nicht zurück,
sie waren seine Freunde, das Unheil beginnt.
Er wird verhaftet, hatte noch nie soviel Glück;
14 Jahre ohne Bewährung, die Gesellschaft war zufrieden.
Als er wieder draußen war, reichte ihm niemand die Hand;
seine Freunde und einstigen Kameraden ihn mieden,
dabei war es nur ein kleines Kreuz an der Wand.
Als sie ihn fanden, bedeckten sie ihn mit Laken,
denn er hatte begriffen, das Kreuz war der Haken.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.02.2005.
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