Karin Schönle

Gefühlsdiät

                   Essen ohne dick zu werden,
 
                   saugen ohne satt zu werden
 
                            plattgedrückt an Stoff und Glas.
 
                            Abgefüttert nur nach Zeit und Maß,
 
                            abgefertigt --- und das war's.
 

 

 
                   Und   was bleibt, das ist dein Hunger,
 
                            ist dein Durst nach irgendwas.
 
                   Und   es bleibt dir stets verborgen
 
                            trotz des Sehnens und der Sorgen.
 
                   Und   du suchst und suchst dich tot
 
                            in der Hoffnung, es zu finden.
 
                            Wirst dich strecken, wirst dich winden.
 
                   Jämmerlich , dein Durst nach Brot!
 

 

 
                   Ahnungslos treibst du dahin,
 
                                      wirst geschubst und dann gezogen,
 
                                      fühlst vom Leben dich betrogen.
 
                   E i n e  I n s e l ! --- Nichts wie hin!
 

 

 
                   Seifenblasen,
 
                            Luftballons:
 
                                      hochgestiegen und geplatzt.
 
                   Hör gut zu.....       .Es schmatzt und schwatzt
 
                                               beim Leichenschmaus das Grauen.
 
                                      Blind wirst du auf Täuschung
 
                            und Vergessen schauen -
 
                   leer dein Blick.
 

 

 
                   Erneut schwingst du dich auf:
 
                            hier ein Fick
 
                                      und durch die Droge
 
                                                        noch ein Kick.
 
                                                                  Pseudoleben ist der Trick!
 

 
                   Abstraktion, Verstand und Filter
 
                                                                  geben deinem Puzzle Sinn.
 
                   Um Ordnung, Buße, Schuld und Sühne
 
                                                                  ordnet sich das Drama hin.
 

 
                   Auf die Requisiten fällt der Staub -
 
                   du wirst       genormt,
 
                                               recycled,
 
                                                        frisch gestyled
 
                                                                           und taub!
 

 

 
                   Und weiter, weiter,                          - vorwärts Marsch -
 
                            leichtfüßig       durch den Sumpf              - stumpf -
 
                            etwas regt sich dumpf;
 
                            lächelnd durch den Morast                  - ohne Rast -
 
                            wie du das alles haßt!
 
                   Mit zusammengepreßten Lippen
                   und zusammengekniffenem Arsch.

 

 
                   Krücken brauchst du      um zu gehen.
 
                   Brillen brauchst du          um zu sehen.
 
                   Panzerungen                um nicht durchzudrehen.
 

 

 
                   Fehler?
 
                            Unglück?
 
                                      Oder 'Gott sei Dank'?
 

 
                   Eine    Flanke    war    noch    offen
 
                   und da hat der Stachel dich getroffen.
 

 
                   Und indem der Spiegel  bricht
 

 
                   Schnecke!
 
                            Muschel!
 
                                      Maulwurf!
 
                                                 Igel!
 
                   Nur im Fallen siehst du dein Gesicht.
 

 
                   Splitter  und Scherben aus gestaltloser Zeit
 
                   eingefroren und vergraben im Dienste der Persönlichkeit,
 
                   dringen durch dein Fenster,
 
                   N a c h t g e s p e n s t e r !
 
                   Holen dich ein mit tickender Sicherheit.
 

 
                   Bombardement der Vergangenheit!
 

 

 
                   Schmerz hat dich in seinen Klauen,
 
                   Wahnsinn zwingt dich, hinzuschauen!
 

 

 
                   Und   du siehst, du hast verloren.
 
                            Schweiß rinnt dir aus allen Poren.
 
                            Tränen schwemmen dich hinweg.
 
                            Schreie quälen sich aus deiner Kehle,
 
                            flüssig wird sie, deine Seele.
 

 
                   Flüssig!  Gott sei Dank sie lebt,
 
                   auch wenn der Boden ringsum bebt.
 

 

 
                   Und   es schneiden viele Messer.
 
                   Und   du wehrst dich..... besser, besser.
 
                   Und   du setzst dich  w i e d e r  in den Kahn,
 
                            segelst mit der Flagge 'Trug und Wahn'.
 

 

 
                   Doch je mehr du ruderst
 
                            und dein Leid mit Bitterkeit bepuderst,
 
                            um so stärker wird die Angst:
 
                                                        krallt sich fest und fester,
 
                                                        sitzt im Nacken, sitzt im Bauch,
 
                                                        zerrt an deinen Nerven, baut sich Nester.
 

 

 
                   Offen stehst du jeder Pein!
 
                   und das Brandmal brennt sich ein:
 
                   WAS NIEMALS WAR, WIRD NIEMALS SEIN !
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.03.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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