Manfred H. Freude

Vergesen

Vergessen

Manfred H. Freude  6.05.2003

 

 

 

 

Hab ein Kraut gefunden, gegen das Vergessen.

 

Wie es heißt?         Habe ich vergessen,

 

weiß ich nicht, -         Vergissmeinnicht?

 

      Altersheimer oder so?

 

Geh zur Tür, drehe mich um,

 

blicke stumm.

 

Woher ich komm,    wohin ich geh,

 

habe ich vergessen,

 

hab das Kraut vergessen.

 

 

Hab ein Kraut gegessen, gegen das Vergessen.

 

Wie es schmeckt? Hab ich schon vergessen.

 

Hat mir den Geschmack versaut, schmeckte wohl

 

wie Maggikraut.

 

Blicke auf den Teller,   stumm,

 

dreh ihn um,

 

Meißen oder Delft,     kenn ich nicht,

 

habe ich vergessen,

 

hab ein Kraut gegessen.

 

 

Was hab ich gegessen, was hab ich vergessen?

 

War´s ein Kraut,       hab Kraut gegessen?

 

Hab mich selbst vergessen.

 

Kann mich nicht mehr finden.

 

Lieg hier unter Linden,

 

Auf dem Schild steht:

 

Er aß Kraut, hat’s ihn umgehaut,

 

such dir selbst ein andres Kraut

 

und du kannst vergessen.

 

 

 

************************* Autoreninfo ******************************

 

Manfred Hubert Freude (* geb. am 02.04.1948 in Aachen NRW)

 

Kunst-, Musik- und Lyrik,

 

diverse Gedichte (auch in Mundart Aachener Platt) er lebt seit 1948 in Aachen. *********************************************************************

 

© 2003 Manfred H. FREUDE

 

 

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Gedichte Edition. Manfred H. Freude, geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Aachen. Erste Gedichte 1968. Er debütierte 2005 mit seinem Gedichtband: Alles Gedichte – Keine Genichte. Weitere Gedichte und Essays in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften; Prosa und Lyrik im Rundfunk und in weiteren sechs Gedichtbänden. 2007 wurde eines seiner Dramen mit dem Titel: Im Spiegel der Ideale aufgeführt; 2008 sein Vorspiel zum Theaterstück: Faust-Arbeitswelten. Sein letzter Gedichtband heißt: Vom Hörensagen und Draufsätzen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Er studiert an der RWTH Aachen Literatur, Kunst und Philosophie.

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