Rolf-Peter Wille
Lament des Schmeichlers
Ich darf nicht länger weilen, zagen,
Und soll mich an die Zeilen wagen.
So hilf mir, meinen Reim zu schlichten
Und mich hier selbst im Schleim zu richten.
Oft will ich mich im Drange bücken
Und reichlich lange bange drücken.
Doch mein geschundenes Gewissen
Hat nur Gewundenes geschissen.
Was muss ich stets die Sach verbiegen?
Die Wahrheit wird im Bach versiegen,
Bedeckt mit meinem Speichelschmucke,
Wenn schmierig ich den Schmeichel spucke.
Was kann ich hier im Schlamm erjagen?
Werd ich mich nun im Jammer schlagen
Und mich mit offner Wunde schinden,
Wo Würmer sich im Schunde winden?
Heut will ich meine Qual ersticken:
Mich soll des Messers Stahl erquicken.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.03.2005.
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