Julia Spelter

Deine Gier

Freundschaft - ja, die hatten wir
Vertraut - hab ich ganz allein dir
Liebe - die empfandest du für mich
Erwidert - hab ich diese nicht

Kennengelernt durchs Telefon
Ich war so froh
Habe dir geglaubt, vertraut
Vor dir Intimstes aufgetaut

Du warst der erste der es wusste
Ich es dir einfach erzählen musste
Meiner Schwester, sie drei Jahre war
Das Schicksal ihr das Leben nahm

Nie etwas davon gesagt
Es in mich reingefressen, bis zu diesem Tag
Mich ausgeheult bei dir
Trost und Halt gabst du mir

Bis zu jenem Tag
Ich weinend in deinen Armen lag
Du sagtest du fühltest mehr
Ob das auch bei mir so wär

Ich war ehrlich
Schaute dir ins Gesicht
Sagte nur "Freundschaft"
Da hast du gelacht

Du hast dir was du wolltest genommen
Während Tränen über meine Wangen geronnen
Tiefste Qualen musste ich erfahren
Konntest du mir das nicht ersparen

Blutend auf die Straße gerannt
Seitdem mich keiner mehr erkannt
Die Unschuld hast du mir geraubt
Seitdem hab ich niemandem mehr vertraut

Meine Seele zerrissen, mein Herz gebrochen
Zwei Wochen lang mit niemandem gesprochen
Dann einigermaßen ins Leben zurückgekehrt
Eine Schreckensnachricht, Elend noch viel mehr

Beim Arzt, ich spürte Schmerz
Brach mir erneut das Herz
Ein unschuldiges Leben, gezeugt in der verdammten Nacht
Durch Kummer und Sorgen kaputt gemacht

Ein Schuldgefühl mir erneut kam
Ich war erfüllt von tiefstem Scham
Ein beginnendes Leben einfach fort
Ein schlechter Mensch noch immer dort

Wo ist da die Gerechtigkeit
Hast du keine Menschlichkeit
Das hast du angetan mir
Zum Genuss deiner selbst - deine
Gier

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.08.2002. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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