Jörg Brunken

Mist um mich herum

 
ich seh, dass das Leben eigentlich schön ist, aber auch dass zu viel dummer Scheiß den Geschmack verdirbt
ich seh verpeilte Menschen und dass in den USA weiter korruptes Pack regiert
ich seh ein Vatersöhnchen aus Texas, neben ihm liegt der immer noch qualmende Colt
er gab vor, er kämpfe für den Frieden in der Welt, aber eigentlich ging es ihm nur um das schwarze Gold

nur weil er vorher nicht überlegt, hat es den schnellsten Schuss
ich seh, dass er vergisst, das selbst im Irak die Genfer Konvention gelten muss
ich seh Kriege, die nicht erst ihr häßliches Gesicht zeigen, wenn in die Konflikte Kinder geraten
ich seh jugendliche Soldaten getötet durch Minen und Splittergranaten

ich seh den Mittleren Osten, ich seh Arafat und palästinensische Kinder in Särgen
ich seh einen gleichgültigen Sharon und orthodoxe Israelis, die ihre Freude nicht verbergen
ich seh militante Palästinenser und seh die Gefahr für Städte wie Jerusalem und Haifa
ich seh Selbstmordattentäter, die sich in die Luft sprengen in verblendetem terroristischen Eifer

ich seh den Zyklus der Gewalt, nur weil sich die Parteien zu verschieden finden
aber wenn man nicht richtig miteinander spricht, kann man keinen anhaltenden Frieden finden
ich seh keinen Unterschied, ob nun eine palästinensische oder israelische Mutter weint
die Menschen können nicht so verschieden sein, denn ich seh sie im Kummer vereint

ich seh Friedensprozesse, weil westliche Politiker zeigen wollen, wie es sein sollte
ich seh wie sie scheitern, weil die Gewalt der Jahrzehnte den Leuten Verständnislosigkeit einbläute
ich seh Palästinenser, die Bomben bauen und die ihren Terror nicht bereuen
auf der anderen Seite seh ich aber auch Israelis, die Gegenschläge nicht verabscheuen

der Druck auf die Region nimmt zu und der Hass in den Menschen vermehrt sich
nichts geht voran, immer wieder wird der Frieden aufs Neue beerdigt
ich lass die Welt auf mich wirken, ich seh so viel Mist um mich herum
ich seh Menschen mit seelischen Verletzungen, sind die Übeltäter wirklich so dumm

ich seh Menschen, die getreten werden, aber erklärt man das mit Dummheit
es gibt genug Personen, die nachdenken, man braucht keinen Typ Mensch, der ausflippt und rumschreit
ich seh Leute, die Angst haben zur Arbeit zu gehen, weil sie jeden Tag ihr Chef anmotzt
und manche müssen sich übergeben, weil sie der ganze Stress ankotzt

ich seh Leute zusammenbrechen und die tun noch so als hätten sie keine Probleme
ich seh zu wenige Leute, die helfen und der Rest gibt anderen nur Pein und Häme
ich seh, dass sich das harte Schicksal nicht mal kleinen Kindern erbarmt
ich seh Jugendliche, die auf der Straße leben und wie sie tot daliegen mit Spritze im Arm

ich seh Leute, die nicht mehr hochkommen, denn sie sich selber fremd
ich seh andere, die nicht mehr können, weil die Gier nach Geld beklemmt
ich seh die Dummheit und dass die fehlende Liebe die Welt so schnell macht
ich seh keinen Zusammenhang unter den Menschen, leider ist das die Entwicklung der Gesellschaft



© 12.12.05/13.12.05/14.12.05

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.05.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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