Karl-Heinz Fricke

Man kann vieles übertreiben

Man liest es dort, man liest es hier:
'Der Mensch ist ein Gewohnheitstier'!
In vieler Hinsicht ist er dumm.
Hier steht geschrieben das Warum:
Unersättlich ist sein Bestreben
sich zu fressen durch das Leben.
Er friesst und friesst ganz ungehemmt,
sodass man ihn 'Fresssack' nennt.
Man sieht ihn oft die Wampe reiben.
Ja, man kann vieles übertreiben.
 
Zuerst war's nur 'ne Flasche Bier,
dann wurden's zwei und drei und vier.
Der Haushaltskasse sehr zu Lasten,
wurde täglich es ein Kasten.
Dazu kam noch 'ne Flasche Korn.
Die Frau rief wütend voller Zorn:
Verdammt lass doch das Saufen bleiben.
Ja, man kann vieles übertreiben.
 
Ein anderer war nie im Suff,
doch er ging laufend in den Puff.
Täglich fuhr er in die Stadt,
die ein solches Häuschen hat.
Wo Frauen aus den Fenstern hängen,
und jeden Kerl zur 'Liebe' drängen.
Von Liebe ist dort keine Spur,
es geht um die Befriedigung nur.
Es wurd' Gewohnheit, er liess es nicht bleiben.
Ja, man kann vieles übertreiben.
 
Man hatte früh sich dran gewöhnt,
nun ist die Qualmerei verpönt.
Es mehrten sich haufenweis die Klagen,
man könne den Gestank nicht mehr ertragen.
Doch mancher raucht fest weiter drauflos,
was quatschen die blöden Leute bloß?
Und so steckt sich mancher dann
noch immer eine nach der anderen an.
Manche lassen's halt nicht bleiben.
Ja, man kann vieles übertreiben.
 
Es begann mit einem Joint,
überreicht vom 'besten Freund'.
Es war vor über einem Jahr.
Nun ist sein Leben in Gefahr.
Glasige Augen starren umher,
er nimmt auch einen Joint nicht mehr.
Nur noch Koke und Heroin
sind sein ganzer Lebenssinn.
Das Ende ist schon abzusehen,
er wird bald zum Teufel gehen.
So kann er nicht am Leben bleiben.
Ja, man kann vieles übertreiben.
 
         Karl-Heinz Fricke  19.07.2005 

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