Sonja Nic Rafferty

Balladenmädchen

 Gedanken an einem ganz normalen Samstag im Juli.
 
 
 
Kürzlich hörte ich, dass ich ein Balladenmädchen sei, ich mochte das gerne,
sinnlos nun, es zu bestreiten, aber die Idee kam wirklich nicht von mir.
Der Grund mag im Thema liegen, Sehnsucht nach Schottland in der Ferne,
Könnte es sein, dass Lesern erscheinen meine Zeilen manchmal etwas wirr?
In der Schule haben sie uns beigebracht, langes Fädchen - faules Mädchen
Sag, wie verhält sich das nun beim Schreiben? Muss ich mich kurz fassen
um fleißig zu sein? Glaub mir, Minitexte an diesem Poesiespinnrädchen
wollen nicht gelingen, darum mag ich das endlose Phantasieren selten lassen.
Ich bin ein Balladenmädchen, das Klagelieder schreibt bei Tag und Nacht,
nicht irdische Güter, sondern Sehnsucht hat man in die Nachkriegswiege gelegt.
Besatzungskinder wie ich, wurden geschlagen, bedauert und auch belacht,
dennoch fühlte ich mich nicht gering, eher von der Mischung positiv bewegt.
Ich bin das Kind Zweier durch den Krieg Versprengter, deren Beziehung kaum
von Dauer sein konnte, weil das Leben zeigte sich ungerecht dann und wann.
Ich lernte Kummer in Worte zu fassen und zog mich zurück in einen Traum,
versuchte immer wieder zu verstehen, was ich doch niemals begreifen kann.
Jedes Fass läuft über, wenn es zu voll gegossen wird, so ist das nun mal,
mein Innerstes muss ich umstülpen, damit die Gefühlsmischung passt.
Wie ich es drehe und wende, ich glaube, ich habe nicht wirklich eine Wahl,
Besatzungskind - Balladenmädchen bleibe ich wohl, das Wehmut pur verfasst!
 
©  23. Juli 2005 ~  Sonja Nic Rafferty

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