Manuela Predan

Walding

Herr S. hat sich im einst'gen Frühling für viel Nettes revanchiert,
denn er hat für sich und Schätzchen eine Love-Suite reserviert.
Und so hat er ihr bewiesen, diesmal sei sein fester Wille
nicht mehr nur Termine haben. Nein, er wolle endlich Stille!
 
Und so hat Herr S. gehalten, was der Liebsten er versprochen,
fuhr mit ihr zum Sündenschlösslein, wo's so schön nach Wald gerochen.
Schließlich standen sie zur Freude endlich dort am Schlossbalkone,
wo Herr S. zigmal betonte, wieviel Sauerstoff hier wohne.
 
Weil Herr S. schon immer meinte, reizvoll sei die Landidylle,
schätzte er sein reizend Schätzchen noch mehr in der Waldesstille.
Und auf weitem Wiesengrunde, wo ein Brücklein über'n Bach,
kam das Schätzchen zu dem Plätzchen samt dem Picknickkorbe nach.
 
Hier war's gut - nebst Wasserrauschen, Stege, Wege ohne Zäune...
und man weiß, im dichten Walde zeigt man gern die Nahtlos-Bräune.
Und nach jeder weit'ren Biegung, die mit leichtem Fuss genommen,
war man von der Kuschel-Liegung etwas ferner abgekommen.
 
Stund um Stund war man gewandert, hat auf Wurzelwerk gesessen,
zwischendurch noch Marzipane oder Entenbrust gegessen.
Derweil Herr S. sich schlafeslaunig gradewegs nach Haus bekannte,
blieb das Schätzchen für ein Pätzchen, wozu sie hinter'm Busch entspannte.
 
Rings um sie war Baumshillouette - die verschlang jed' Sonnenlicht.
Nur zwei Meter knackend' Äste trennte sie zur Wildschweinsicht.
Alsbald Herr S. das Schwarzwild lobte, sprang das Schätzchen aufrecht - stolz.
Doch husch und schnaub, zerwühl und staub - zerpflügt' das Schwein ihr Unterholz...
 
Im Jahr darauf zur selben Zeit, geht Herr S. am selben Pfad, ein Stöckchen mit.
An selber Stell' und ziemlich schnell, trifft Herrn S. von hint' ein Tritt.
Er hört noch wie sie schnaubt ihm zu: "Du warst meine Burg in jener Lebensla-a-age!"
Dann grunzt sie höhlenwärts hinab und ruft: "Wünsch' kuschelige Ta-a-age!"

siehe auch "Schluchting"Manuela Predan, Anmerkung zum Gedicht

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Manuela Predan).
Der Beitrag wurde von Manuela Predan auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.08.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

  • Autorensteckbrief
  • melapredanhotmail.com (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)

  Manuela Predan als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Der Mensch denkt, der Tod lenkt von Waltraud Wickinghoff



Ein Ruhrgebietskrimi mit Blick über den Tellerrand (Mordversuch, Mord und Kidnapping eines Kindes)

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (2)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Satire" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Manuela Predan

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Weltmännisch von Manuela Predan (Beziehungen)
Irren ist menschlich von Rainer Tiemann (Satire)
WINTERMÄRCHEN von Christine Wolny (Lebensfreude)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen