Karl-Heinz Fricke

Der zweite Münchhausen

Der alte Graf von Spittelbach
hielt die ganze Runde wach.
Wie staunten die Herren und die Damen
über Worte, die aus seinem Munde kamen.
 
Er hatte im Leben viele Passionen,
verballerte tausende von blauen Bohnen
auf seinen Safaries in Afrika
und Bärenjagden in Kanada.
 
Doch auch in mancher deutschen Stadt
schoß er wilde Tiere ab,
die brave Bürgersleut' bedrohten
und sich ihm zum Ziele boten.
 
Einen Eisbär erschoß er in Rhüdesheim,
in der Drosselgasse soll es gewesen sein.
Auf dem Marktplatz in Karlsruh'
fing er ein großes Känguru.
 
In Hamburg auf der Reeperbahn
zog er schnell am Abzugshahn.
Ein Haifisch kam im Dauerlauf
von der großen Freiheit rauf.
Der hatte eine lange Mähne
und im Maule falsche Zähne.
 
Auch im Lande der lieben Bayern
konnte er einen Abschuß feiern.
Da kam doch aus dem Hofbräuhaus
ein besoffner Tiger heraus.
 
In Nürnberg vor der Feldherrnhalle
ging ihm ein Löwe in die Falle.
In Augsburg, in der Fuggerstadt,
ging nicht alles ganz so glatt.
Da entwand ihm doch ein Affe
seine schußbereite Waffe.
 
Einst fuhr er ins heil'ge Land,
und vor der Klagemauer stand
ein Seelöwenpaar auf einem Bein,
süffelnd einen roten Wein.
 
Zurück kam er mit Ach und Weh
auf die Düsseldorfer Kö.
Dort stand vor einem Freudenhaus
splitternackt die Mickey Maus.
Man hatte ihr den Tipp gegeben,
auch mal etwas zu erleben.
 
Nun in der letzten Lebensphase
stört ihn weder Hirsch noch Hase.
Er lebt meist zurückgezogen,
hat im Leben nie gelogen.
 
                Karl-Heinz Fricke
splitternackt die Mickey Maus
                               
                                       Anmerkung: Was es nicht alles gibt.
 

 

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