Karl-Heinz Fricke

Macho, Macho

"Bin ich auch nicht dein Gott,
so bin ich doch dein Herr!"
Sprach Franz zu Lieselott,
als wenn er König wär.
 
"Ich muss hinaus ins feindliche Leben,
und jeden Tag mein Bestes geben.
Du hockst in Ruh' im Haus herum,
und denkst im Stillen, ich bin dumm.
 
Wenn ich nicht zu Hause bin,
dann sagt dir niemand was,
auf meiner Arbeit ist es schlimm,
da gibt's nur Neid und Hass.
 
Meine gute Position
hat zwei Bewerber schon,
dich mich verdrängen möchten,
drum muss ich ständig fechten.
 
Der Boss, der sieht es mit Vergnügen,
wenn wir uns in die Wolle kriegen.
Ich bin noch immer der beste Packer,
und die andern sind nur Kacker.
 
Komm ich abgespannt nach Hause,
dann brauche ich 'ne Ruhepause,
und dann erwarte ich von dir,
dass du stets gehorchest mir.
Führe aus, was ich befehle,
die Liebe ich dir nicht verhehle."
 
Da sprach die erzürnte Frau:
"Bin ich ein Sklav' in diesem Bau ?
Ich lasse mich nicht dirigieren
und schon gar nicht schikanieren.
Lass deinen Zorn an den Kackern aus,
sei aber friedlich hier zu Haus.
 
Und wenn dir das nicht passt,
befrei ich mich von deiner Last.
Merke dir, verdammter Wanst,
dass du mich mal gründlich kannst."
 
Da ward der Macho mächtig still
und nahm eine Beruhigungspill.
Ungläubig sah er auf Lieselott',
wie die ihn setzte auf den Pott.
 
       Karl-Heinz Fricke  21.08.2005

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Karl-Heinz Fricke).
Der Beitrag wurde von Karl-Heinz Fricke auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.08.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Karl-Heinz Fricke:

cover

Isidor was machst du da? von Karl-Heinz Fricke



Eine poetische Reise durch den Humor.
Ein Mutterwitz, der beabsichtigt nicht nur ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers zu zaubern, sondern der die Bauch- und Gesichtsmuskeln nicht verkümmern lässt.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (10)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Familie" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Karl-Heinz Fricke

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Stimme aus dem Jenseits von Karl-Heinz Fricke (Kritisches)
ENKELKINDER: von Walburga Lindl (Familie)
Illusionen von Margit Farwig (Besinnliches)